Enrique Dussel neues Mitglied der American Academy of Arts and Sciences

Der mexikanische Philosoph, Historiker und Theologe Enrique Dussel Ambrosini wurde zum neuen Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt und ist damit der erste lateinamerikanische Philosoph, der dieser bereits im Jahr 1780 gegründeten Institution angehört. Dussel, ein ursprünglich aus Argentinien stammender Denker, der 1975 ins Exil ging und inzwischen eingebürgerter Mexikaner ist, wurde international bekannt durch seine Arbeit auf dem Gebiet der Ethik und politischen Philosophie und gilt als einer der Begründer der Befreiungsphilosophie Lateinamerikas. Nach Auskunft der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM) wisse Dussel nicht, wer ihn als neues Mitglied vorgeschlagen habe. Er weise nur darauf hin, dass die Mitglieder der Akademie einen innovativen Geist haben müssten, es also für ihn eine Ehre sei, dass jemand meint, dass er in der Philosophie innovativ geworden ist, was ihm Freude bereite und gleichzeitig eine kritische Position stärke, die durch kreative Kritik und durch seinen Schöpfer oft kritisierbar ist, und dass die Mitgliedschaft in der oben genannten Institution nicht nur einen Beitrag eines Professors an seiner Universität, in diesem Fall der UAM, darstelle.

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Arolsen Archives

Die Arolsen Archives haben in Partnerschaft mit der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Israel, ein neues Online-Archiv veröffentlicht. Die Datenbank enthält eine umfassende Sammlung von Dokumenten aus Konzentrationslagern, darunter Häftlingskarten und Todesmeldungen. Die mehr als 13 Millionen Dokumente mit Informationen zu über 2,2 Millionen Menschen gehören zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und sind ein wichtiger Sammlungsschwerpunkt der Arolsen Archives. Zeitgleich zur Veröffentlichung der Dokumente ändert die von den Alliierten als „International Tracing Service“ gegründete Institution ihren Namen in „Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution“. Der neue Auftritt und eine moderne Website mit Online-Archiv dienen dazu, mehr Menschen anzusprechen, um über die Folgen von Antisemitismus, Diskriminierung und Rassenhass zu informieren.

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Migración, trabajo y asentamiento en enclaves globales

Indígenas en Baja California Sur

Ende des 20. Jahrhunderts beginnt der mexikanische Bundesstaat Baja California Sur durch Aktivitäten wie die Gartenbau- und Obstindustrie für den Export und den internationalen Tourismus, sich mit in die Weltwirtschaft zu integrieren. Einwanderer aus verschiedenen Regionen des Landes und verschiedenen ethnischen Gruppen kommen in den elitären Touristenstädten wie Los Cabos sowie in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten der Gemeinden wie Comondú und Mulegé an. Auf der Suche nach einer befristeten Beschäftigung oder einem neuen Lebensstandard fliehen sie vor den immer wiederkehrenden Krisen in der mexikanischen Landwirtschaft oder auch den Städten, die von Arbeitslosigkeit, Marginalisierung und der Gewalt der organisierten Kriminalität geprägt sind.

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Roma und seine Untertitel

Auf die Untertitel in dem Film Roma von Alfonso Cuarón hatte Frau Prof. Yvonne Stork von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bereits vor ein paar Wochen bei einem Vortrag im Rahmen eines Workshops an der Ruhr-Universität Bochum aufmerksam gemacht. Sie wies auf die spanischen Untertitel des in Mexiko gedrehten Films hin, da laut Netflix angeblich das mexikanische Spanisch in Spanien nicht zu verstehen sei, was den Regisseur Alfonso Cuarón ziemlich verärgert hatte.

Auch Freyja Melsted widmet sich in dem Artikel Eine goldene Himbeere für Netflix auf Tralalit, einer Plattform für übersetzte Literatur, diesem Thema. Dabei stellt sie zunächst deutlich heraus, wie unsinnig die Übersetzung eines mexikanischen Films mit englischen Untertiteln ins Deutsche ist, wenn die Grundlage der deutschen Untertitel eben die Fassung der englischen Untertitel ist. So wird zum Beispiel ein mexikanisches Kinderlied mit deutschen Untertiteln versehen, denen eindeutig ein englisches Kinderlied zugrunde liegen:

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Presseerklärung zum Ermittlungsverfahren gegen Hartmut H

Staatsanwaltschaft Krefeld hat das gegen den Beschuldigten Hartmut H. geführte Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat das gegen den Beschuldigten Hartmut H. im August 2011 eingeleitete Ermittlungsverfahren 3 Js 753/11, in dem Tatvorwürfen [sic] geprüft worden sind, die im Zusammenhang mit seiner Zugehörigkeit zu der Colonia Dignidad in Chile gegen ihn erhoben worden waren, eingestellt. Nach umfangreichen und langwierigen Ermittlungen, die in Kooperation mit den chilenischen Strafverfolgungsbehörden geführt worden sind, konnte nach Ausschöpfung aller erfolgversprechender Ermittlungsansätze ein für eine Anklageerhebung erforderlicher hinreichender Tatverdacht unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt begründet werden.

Die ganze Presseerklärung kann hier nachgelesen werden.

Zweisprachige Lesung mit Jacobo Sefamí

Der mexikanische Autor Jacobo Sefamí stellt seinen neuesten Roman Por tierras extrañas vor, den Masterstudierende der Ruhr-Universität Bochum und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übersetzt haben.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller forscht und lehrt Professor Sefamí als Lateinamerikanist an der University of California, Irvine. Sein literarisches Schaffen ist stark von seiner Biografie geprägt. Als jüdischer Mexikaner mit syrisch-türkischen Wurzeln, der neben der mexikanischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, kreisen seine Werke um Fragen von Identität und Migration. Im Anschluss an seinen erfolgreichen Roman Los dolientes legt er mit Por tierras extrañas eine Chronik seiner Reisen nach Syrien und in die Türkei vor.

Ausgewählte Textausschnitte werden in spanischer und deutscher Sprache gelesen. Im Anschluss an die Veranstaltung im Blue Square beantworten der Autor sowie die Studierenden Fragen zum Werk und zum Übersetzungsprozess.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Bochum statt.

Harald Welzer: Alles könnte anders sein

Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen

Zu diesem Buch von Harald Welzer hat Ilija Trojanow in seiner Kolumne bei der taz einen Beitrag geschrieben, der auch unter den Titel „Ohne Utopie droht uns die Hoffnungslosigkeit“ von der Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung aufgegriffen und mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen in Zusammenhang gebracht wird.

Aus der Verlagsankündigung:

Heute glaubt niemand mehr, dass es unseren Kindern mal besser gehen wird. Muss das so sein? Muss es nicht! Der Soziologe und erprobte Zukunftsarchitekt Harald Welzer entwirft uns eine gute, eine mögliche Zukunft. Anstatt nur zu kritisieren oder zu lamentieren, macht er sich Gedanken, wie eine gute Zukunft aussehen könnte: In realistischen Szenarien skizziert er konkrete Zukunftsbilder u.a. in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Digitalisierung, Leben in der Stadt, Wirtschaften, Umgang mit Migration usw.
Erfrischend und Mut machend zeigt Welzer: Die vielbeschworene »Alternativlosigkeit« ist in Wahrheit nur Phantasielosigkeit. Wir haben auch schon viel erreicht, auf das man aufbauen kann. Es ist nur vergessen worden beziehungsweise von andere Prioritäten verdrängt. Es kann tatsächlich alles anders sein. Man braucht nur eine Vorstellung davon, wie es sein sollte. Und man muss es machen. Die Belohnung: eine lebenswerte Zukunft, auf die wir uns freuen können.

Frauen: bedeutende Gäste der FILBo

Literarische Stimmen von Frauen aus verschiedenen Teilen der Welt ziehen auf der Internationalen Buchmesse von Bogota (FILBo 2019) die Aufmerksamkeit auf sich, die diesen Dienstag eröffnet wurde. Ab Mittwoch, dem 23. April, wenn die Türen von Corferias für die Öffentlichkeit geöffnet sind, werden Bücher bis zum 6. Mai die Hauptakteure der kulturellen Agenda sein. Es wird mehr als 1.700 kulturelle Veranstaltungen geben, die jeweils mehr als 400 Gäste haben werden, die an Konferenzen und literarischen Präsentationen teilnehmen. Die Schriftstellerin Andrea Salgado, die von Seiten des Kuratoriums für die Gäste verantwortlich ist, betont die wichtige Präsenz von Frauen in diesem Jahr. Tatsächlich wird dies eine der Messen sein, auf denen mehr lateinamerikanische Schriftstellerinnen vertreten sein werden; Stimmen, die mit ihren Büchern Gesprächsstoff geben und in eine der zentralen Fragen einführen: „Was ist Literatur geschrieben von Frauen?“

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FestiVino Tlaxcala 2019

Quelle: FestiVino

In der Molino de los Reyes in Tlaxcala, einer Mühle, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, findet das erste FestiVino 2019 statt, das am 4. und 5. Mai etwa 10.000 Menschen zu einem Festival mit viel Wein, Käse und regionaler Gastronomie sowie Live-Musik erwartet. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den Regierungen von Hidalgo und Tlaxcala zur Förderung des Tourismus, zielt diese Veranstaltung darauf ab, die Geschichte mit der Kultur von Tlaxcala, seiner exquisiten Küche und einer Verkostung von mehr als 300 Etiketten verschiedener mexikanischer und spanischer Weine zu verbinden.

Die Organisatoren versprechen, dass an diesem Festival 35 Winzer aus dem In- und Ausland teilnehmen, die das Beste aus ihrer Produktion anbieten werden. Gleichzeitig findet eine Verkostung und Präsentation der ausgezeichneten Käsesorten statt, die im eigenen Land hergestellt werden und die perfekt zu den Weinen passen. Ebenso können die Teilnehmer eine sehr abwechslungsreiche gastronomische Kostprobe mit den repräsentativsten Gerichten des Staates Tlaxcala genießen, die von lokalen Gastronomen angeboten werden.

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Ein weiteres Zeichen unserer Dekadenz: Notre Dame in Flammen

Ich hatte die Gelegenheit, Notre Dame 1991 durch den weisen und berühmten Humanisten Rafael Solana kennenzulernen und diese lebenswichtige Erfahrung mit einer außergewöhnlichen Interpretation von Mozarts Requiem zu krönen, das in diesem Jahr – neben vielen anderen kulturellen Ereignissen, um sich an einen solchen musikalischen Ephemeristen zu erinnern – der Zweihundertjahrfeier des großen Genies von Salzburg gedachte. Natürlich übertraf das Stehen vor ihr meine Vorstellung von einem der kolossalsten und ikonischsten Bauwerke der mittelalterlichen Gotik bei weitem, eine Sammlung der Pracht und Monumentalität der damaligen Zeit und ihrer erhabensten künstlerisch-geistigen Ansprüche.

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