Stillleben

Deutschland und das Mütterthema – Status: it’s complicated. Dabei könnte es so einfach sein: Akademikerin, Anfang 30, in fester Beziehung, bekommt ein Kind und steigt nach sechs Monaten Elternzeit wieder in den Beruf ein. That’s it, würde Antonia Baum vielleicht noch anfügen, denn sie liebt diese englischen Einwürfe, die beweisen, dass man sich überall auf der Welt zu Hause fühlen könnte. Aber Kinderkriegen ist eben nicht die natürlichste Sache der Welt, so wie es immer wieder behauptet wird, zumindest nicht in Deutschland. Antonia Baum hat das Kinderkriegen komplett aus der Bahn geworfen. Ihre persönliche Analyse der Gegenwart hat sie „Stillleben“ genannt.

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Poscastrismo

Por primera vez en seis décadas no estará al frente de Cuba un hombre de apellido Castro

Acaba de aparecer en el mundo una nueva palabra: ‘poscastrismo’. Se refiere a lo que está pasando en Cuba desde este jueves 19 de abril de 2018, luego de que la Asamblea Nacional del Poder Popular eligiera al exvicepresidente Miguel Díaz-Canel como presidente del Consejo de Estado y del Consejo de Ministros de la República de Cuba.

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Black, Brown, and Powerful: Freedom Dreams in Unequal Cities

In Los Angeles and elsewhere, black and brown communities face multiple forms of banishment and exploitation. At this event, convened by the Institute on Inequality and Democracy at UCLA Luskin, we share and discuss research and activism to analyze structures of urban displacement, racialized policing, criminal justice debt, forced labor, and the mass supervision and control of youth. But unequal cities are also where freedom dreams are created and enacted. Located in, and thinking from South Los Angeles, we shine a light on organizing frameworks and resistance strategies that challenge exclusion and refuse subordination.

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Der Klügste macht das Licht aus

WWF ruft auf zur Earth Hour am 24. März / Bislang 170 deutsche Städte bei weltweit größter Umweltschutzaktion dabei

Berlin: In 60 Minuten kann ein Erwachsener 1.000 Atemzüge tun, mit dem Auto von Düsseldorf in die Niederlande fahren oder einen halben Liter Blut spenden. Oder man kann ein Stück zur Rettung unseres blauen Planeten beitragen. Wie jedes Jahr seit 2007 fordert der WWF Menschen auf allen Kontinenten auf, eine Stunde lang das Licht auszuschalten. Mit gutem Beispiel voran gehen dabei die ganz Großen: Das Empire State Building in New York, der Burj Khalifa in Dubai oder auch der Eiffelturm in Paris. In Deutschland haben sich knapp einen Monat vor der Aktion am 24. März bereits 170 Städte und Gemeinden angemeldet.

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Alice Salomon Poetic Preis 2011

Eugen Gomringers »avenidas« von 1952 ist das erste Gedicht der Konkreten Poesie. Der Streit über dieses Gedicht an der Alice-Salomon-Hochschule entbrannte hauptsächlich an der Frage nach dem Verhältnis von Form und Inhalt. Die Form, die für Gomringer im Mittelpunkt des Gedichts steht, interessiert die Kritiker des Poems kaum mehr. Das Gedicht bestätige gesellschaftliche Wert­hierarchien und Normsetzungen, ­indem es den männlichen Blick reproduziere, der Frauen eine Rolle ­zuweise, während der Mann das handelnde Subjekt des Gedichtes sei, der eine beobachtende, bewundernde Funktion einnehme.

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Das Geräusch der Dinge beim Fallen

Bogotá, Kolumbien, im Sommer 2009: Der Jura-Professor Antonio Yammara liest in der Zeitung von einem Nilpferd, das aus dem ehemaligen Privatzoo des legendären Drogenkönigs Pablo Escobar entflohen ist. Unmittelbar fühlt er sich in die Zeit zurückversetzt, als der Krieg zwischen Escobars Medellín-Kartell und den Regierungstruppen auf Kolumbiens Straßen eskalierte. Damals musste er hautnah miterleben, wie ein Freund ermordet wurde. Noch Jahre später quälen ihn die Erinnerungen. Bei seinen Nachforschungen über den Mord entdeckt Antonio, wie stark sein eigenes Leben und das seines Freundes von der gewaltsamen Vergangenheit des Landes bestimmt wurden.
DAS GERÄUSCH DER DINGE BEIM FALLEN ist eine preisgekrönte Tour de Force und ein intimes Porträt einer Generation, die der Drogenhandel in einem lebendigen Albtraum gefangen hielt. Für diesen großen Roman wurde Juan Gabriel Vásquez mit dem mit $ 175.000 dotierten Premio Alfaguara de novela ausgezeichnet. 2014 erhielt er gemeinsam mit seiner Übersetzerin ins Englische den International Dublin IMPAC Literary Award.

Quelle: Schöffling & Co.

Heinrich-Böll-Preis für Ilija Trojanow

Der in Bulgarien geborene Schriftsteller Ilija Trojanow erhält am kommenden Freitag den diesjährigen Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) überreicht die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung im Historischen Rathaus, wie die Stadt am Dienstag (21.11.2017) ankündigte.
Die Jury unter Vorsitz von Reker hatte sich im Mai für Trojanow als Preisträger entschieden. Kaum ein anderer Autor setze das politische Engagement von Böll so konsequent und literarisch ambitioniert fort, hieß es zur Begründung.

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Kurzerzählungen I: Der Kater – Nymphette – Rätsel

Juan García Ponce (1932-2003) ist ohne Zweifel einer der herausragendsten modernen Schriftsteller Lateinamerikas. Geboren in Yucatan, Mexiko, und aufgewachsen in Mexiko-Stadt, umfasst sein Lebenswerk Kurzerzählungen, Romane, Theaterstücke, Übersetzungen und Drehbücher und ist eines der größten und vielfältigsten in der mexikanischen Literatur. In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich vornehmlich mit der Kluft zwischen Identität, Liebe, Einsamkeit, Wahnsinn, Erotik und Kunst.

In den drei Kurzerzählungen, die in diesem Buch vorgestellt werden, bedient sich García Ponce unter anderem dem für ihn experimentellen Thema der Erotik als Auflehnung gegen das Normale. Im Gegensatz dazu schreibt er seine Kurzerzählungen in der Regel volkstümlich, ohne dabei zu sehr in die Folklore abzugleiten. Obwohl in der spanischen Rezeption vielfach die Erotik als das herausragende Merkmal seiner Kurzerzählungen gilt, lenkt diese Sichtweise sehr von dem eigentlichen historischen Wert dieses Autors für die mexikanische Literatur ab, der folgende Generationen auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt hat.

Buch bei Amazon.

En busca de un campo cultural propio: Literatura, vida intelectual y revistas culturales en Tucumán: 1904-1944

Dieses Buch stellt eine lokale Kulturgeschichte von einzigartiger Relevanz in der argentinischen Kulturgeschichte wieder her. Tucumán ist aufgrund seiner frühen Modernisierung eine Ausnahme im Vergleich zu anderen Provinzen im so genannten „interior“ des Landes Argentiniens. Ausgehend von einer Reihe von Zeitschriften und anderen Publikationen, die zwischen 1904 und 1944 erschienen sind (die Zeitschriften Revista de Letras y Ciencias Sociales, Sustancia, Cántico, sowie die Notizbücher der so genannten Generación La Carpa), zeigt das Buch eine Reise durch vierzig Jahre intellektuellen und literarischen Lebens in Tucumán auf. Das Profil der Autoren der Zeitschriften (Intellektuelle, Schriftsteller, Wissenschaftler, Akademiker), das Verhältnis zu politischen Macht- und Elitesektoren, die Verbindungen zu den Institutionen (insbesondere zur Universität in Tucumán), der Platz, der den verschiedenen Disziplinen eingeräumt wird, sind nur einige der hier untersuchten Themen. Die Autorin verwebt das Gefüge eines kulturellen Prozesses, der von Traditionen und Brüchen geprägt ist, von der Dominanz eines Teams von Anwälten, die eng mit den Elite- und institutionellen Plattformen verbunden sind, bis zum Aufbruch einer unabhängigen Gruppe von Dichtern, die die Kultur in der Provinz neu versteht und praktiziert.

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Re: Colonia Dignidad

Opfer bis heute

Die Reportage-Reihe „Re:“ erzählt Geschichten von Menschen – authentisch und ganz nah dran. In dieser Folge: Werner Schmidtke lebte 41 Jahre lang als Sklave der Sekte Colonia Dignidad in Chile. Sein Leben bestand aus Sklavenarbeit, Prügeln und Elektroschocks. Der deutsche Staat wusste von Misshandlungen, schaute aber weg. Heute ist Werner Invalide und Hartz4-Empfänger.

Werner Schmidtke lebte 41 Jahre lang als Sklave der Sekte Colonia Dignidad in Chile. Sein Leben bestand aus Sklavenarbeit, Prügeln und Elektroschocks. Schuld ist auch der deutsche Staat, der von Misshandlungen wusste, aber wegschaute. Heute ist Werner Invalide und Hartz4-Empfänger.

In der Colonia Dignidad wurden auch politische Häftlinge ermordet. Doch daran erinnert heute nichts. Im Gegenteil: Das Sektengelände ist ein Touristen-Magnet geworden. Dagegen kämpfen seit Jahren Menschenrechtler – und seit Neuestem auch Ex-Sektenmitglieder, die bereit sind, die Geschichte aufzuarbeiten.

Quelle: arte.tv