Die feministische Revolution mit ihren Licht- und Schattenseiten

Ende 2017 war Sebastián Lelio in Hollywood. Die Dreharbeiten zu Gloria Bell waren nur noch wenige Wochen entfernt. Dort, im Epizentrum der Filmindustrie, sah er, wie die feministischen Bewegungen Time’s Up und #MeToo explodierten, um sexuelle Aggression und Belästigung, nach den Anschuldigungen gegen den US-amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein, zu verurteilen. Schon bei der Produktion von Gloria (2013) waren für Lelio Gedanken zum Feminismus kein Thema, und auch, als er Una mujer fantástica (2017) produzierte, habe er nie daran gedacht, sondern eher an das, was das Recht der Geschlechteridentität betrifft. In einem Interview mit El Mercurio (Chile) stellt er klar, dass er nur das verfolgt, was ihn bewegt und die politische Dimension eines Films nur eine weitere Dimension darstellt.

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Premio Bienal de Novela Mario Vargas Llosa

Der Preis für den besten Roman in spanischer Sprache, Premio Bienal de Novela Mario Vargas Llosa, ist eine Auszeichnung, die in der peruanischen Stadt Lima verliehen wird. Er wurde von der Cátedra Vargas Llosa 2013 ins Leben gerufen und am 27. März 2014 erstmals vergeben, um die teilnehmenden Romane aus den Jahren 2012-2013 zu würdigen. Die Bedeutung dieses Preises für spanischsprachige Romane ist vergleichbar mit dem Premio Rómulo Gallegos, der seit 1964 in Venezuela vergeben wird.

Dutzende von Autoren und Herausgebern, darunter Namen wie Rosa Montero, Laura Freixas, Cristina Fallarás und Jorge Volpi, haben ein Manifest gegen die Verleihung in diesem Jahr unterzeichnet, die vom 27. bis 30. Mai in Guadalajara, Mexiko, stattgefunden hat, weil an dieser Veranstaltung so gut wie keine Frauen teilnahmen.

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Digitale Bildergeschichten

Quelle: www.pepines.unam.mx

Nach 12 Jahren Arbeit präsentiert die Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) den digitalen Cartoon-Katalog der in der Hemeroteca Nacional de México aufbewahrten Cartoons, die jetzt unter www.pepines.unam.mx online zu finden sind. Hier wurde die Information mexikanischer Cartoons des 20. Jahrhunderts digitalisiert, so unter vielen anderen z. B. die Serien von Memín Pinguín, Chanoc, Kalimán, La Familia Burrón, Pepín, Adán el hombre del futuro, Aventuras de Viruta y Capulina, Los Supersabios, Don Catarino, Lágrimas y Risas und Rarotonga. Es handelt sich um Informationen von über 1.400 Cartoons, auf die sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene vergangener Generationen jede Woche gefreut haben und die nun dank neuer Technologien online abgerufen werden können.

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Enrique Dussel neues Mitglied der American Academy of Arts and Sciences

Der mexikanische Philosoph, Historiker und Theologe Enrique Dussel Ambrosini wurde zum neuen Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt und ist damit der erste lateinamerikanische Philosoph, der dieser bereits im Jahr 1780 gegründeten Institution angehört. Dussel, ein ursprünglich aus Argentinien stammender Denker, der 1975 ins Exil ging und inzwischen eingebürgerter Mexikaner ist, wurde international bekannt durch seine Arbeit auf dem Gebiet der Ethik und politischen Philosophie und gilt als einer der Begründer der Befreiungsphilosophie Lateinamerikas. Nach Auskunft der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM) wisse Dussel nicht, wer ihn als neues Mitglied vorgeschlagen habe. Er weise nur darauf hin, dass die Mitglieder der Akademie einen innovativen Geist haben müssten, es also für ihn eine Ehre sei, dass jemand meint, dass er in der Philosophie innovativ geworden ist, was ihm Freude bereite und gleichzeitig eine kritische Position stärke, die durch kreative Kritik und durch seinen Schöpfer oft kritisierbar ist, und dass die Mitgliedschaft in der oben genannten Institution nicht nur einen Beitrag eines Professors an seiner Universität, in diesem Fall der UAM, darstelle.

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Arolsen Archives

Die Arolsen Archives haben in Partnerschaft mit der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Israel, ein neues Online-Archiv veröffentlicht. Die Datenbank enthält eine umfassende Sammlung von Dokumenten aus Konzentrationslagern, darunter Häftlingskarten und Todesmeldungen. Die mehr als 13 Millionen Dokumente mit Informationen zu über 2,2 Millionen Menschen gehören zum UNESCO-Weltdokumentenerbe und sind ein wichtiger Sammlungsschwerpunkt der Arolsen Archives. Zeitgleich zur Veröffentlichung der Dokumente ändert die von den Alliierten als „International Tracing Service“ gegründete Institution ihren Namen in „Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution“. Der neue Auftritt und eine moderne Website mit Online-Archiv dienen dazu, mehr Menschen anzusprechen, um über die Folgen von Antisemitismus, Diskriminierung und Rassenhass zu informieren.

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Migración, trabajo y asentamiento en enclaves globales

Indígenas en Baja California Sur

Ende des 20. Jahrhunderts beginnt der mexikanische Bundesstaat Baja California Sur durch Aktivitäten wie die Gartenbau- und Obstindustrie für den Export und den internationalen Tourismus, sich mit in die Weltwirtschaft zu integrieren. Einwanderer aus verschiedenen Regionen des Landes und verschiedenen ethnischen Gruppen kommen in den elitären Touristenstädten wie Los Cabos sowie in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten der Gemeinden wie Comondú und Mulegé an. Auf der Suche nach einer befristeten Beschäftigung oder einem neuen Lebensstandard fliehen sie vor den immer wiederkehrenden Krisen in der mexikanischen Landwirtschaft oder auch den Städten, die von Arbeitslosigkeit, Marginalisierung und der Gewalt der organisierten Kriminalität geprägt sind.

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Roma und seine Untertitel

Auf die Untertitel in dem Film Roma von Alfonso Cuarón hatte Frau Prof. Yvonne Stork von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bereits vor ein paar Wochen bei einem Vortrag im Rahmen eines Workshops an der Ruhr-Universität Bochum aufmerksam gemacht. Sie wies auf die spanischen Untertitel des in Mexiko gedrehten Films hin, da laut Netflix angeblich das mexikanische Spanisch in Spanien nicht zu verstehen sei, was den Regisseur Alfonso Cuarón ziemlich verärgert hatte.

Auch Freyja Melsted widmet sich in dem Artikel Eine goldene Himbeere für Netflix auf Tralalit, einer Plattform für übersetzte Literatur, diesem Thema. Dabei stellt sie zunächst deutlich heraus, wie unsinnig die Übersetzung eines mexikanischen Films mit englischen Untertiteln ins Deutsche ist, wenn die Grundlage der deutschen Untertitel eben die Fassung der englischen Untertitel ist. So wird zum Beispiel ein mexikanisches Kinderlied mit deutschen Untertiteln versehen, denen eindeutig ein englisches Kinderlied zugrunde liegen:

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Presseerklärung zum Ermittlungsverfahren gegen Hartmut H

Staatsanwaltschaft Krefeld hat das gegen den Beschuldigten Hartmut H. geführte Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat das gegen den Beschuldigten Hartmut H. im August 2011 eingeleitete Ermittlungsverfahren 3 Js 753/11, in dem Tatvorwürfen [sic] geprüft worden sind, die im Zusammenhang mit seiner Zugehörigkeit zu der Colonia Dignidad in Chile gegen ihn erhoben worden waren, eingestellt. Nach umfangreichen und langwierigen Ermittlungen, die in Kooperation mit den chilenischen Strafverfolgungsbehörden geführt worden sind, konnte nach Ausschöpfung aller erfolgversprechender Ermittlungsansätze ein für eine Anklageerhebung erforderlicher hinreichender Tatverdacht unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt begründet werden.

Die ganze Presseerklärung kann hier nachgelesen werden.

Zweisprachige Lesung mit Jacobo Sefamí

Der mexikanische Autor Jacobo Sefamí stellt seinen neuesten Roman Por tierras extrañas vor, den Masterstudierende der Ruhr-Universität Bochum und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übersetzt haben.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller forscht und lehrt Professor Sefamí als Lateinamerikanist an der University of California, Irvine. Sein literarisches Schaffen ist stark von seiner Biografie geprägt. Als jüdischer Mexikaner mit syrisch-türkischen Wurzeln, der neben der mexikanischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, kreisen seine Werke um Fragen von Identität und Migration. Im Anschluss an seinen erfolgreichen Roman Los dolientes legt er mit Por tierras extrañas eine Chronik seiner Reisen nach Syrien und in die Türkei vor.

Ausgewählte Textausschnitte werden in spanischer und deutscher Sprache gelesen. Im Anschluss an die Veranstaltung im Blue Square beantworten der Autor sowie die Studierenden Fragen zum Werk und zum Übersetzungsprozess.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Bochum statt.

Harald Welzer: Alles könnte anders sein

Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen

Zu diesem Buch von Harald Welzer hat Ilija Trojanow in seiner Kolumne bei der taz einen Beitrag geschrieben, der auch unter den Titel „Ohne Utopie droht uns die Hoffnungslosigkeit“ von der Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung aufgegriffen und mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen in Zusammenhang gebracht wird.

Aus der Verlagsankündigung:

Heute glaubt niemand mehr, dass es unseren Kindern mal besser gehen wird. Muss das so sein? Muss es nicht! Der Soziologe und erprobte Zukunftsarchitekt Harald Welzer entwirft uns eine gute, eine mögliche Zukunft. Anstatt nur zu kritisieren oder zu lamentieren, macht er sich Gedanken, wie eine gute Zukunft aussehen könnte: In realistischen Szenarien skizziert er konkrete Zukunftsbilder u.a. in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Digitalisierung, Leben in der Stadt, Wirtschaften, Umgang mit Migration usw.
Erfrischend und Mut machend zeigt Welzer: Die vielbeschworene »Alternativlosigkeit« ist in Wahrheit nur Phantasielosigkeit. Wir haben auch schon viel erreicht, auf das man aufbauen kann. Es ist nur vergessen worden beziehungsweise von andere Prioritäten verdrängt. Es kann tatsächlich alles anders sein. Man braucht nur eine Vorstellung davon, wie es sein sollte. Und man muss es machen. Die Belohnung: eine lebenswerte Zukunft, auf die wir uns freuen können.