
Zwischen 1970 und 1973 gewann die „Unidad Popular“ die Wahlen in Chile. Der Sozialist Salvador Allende übernahm das Amt des Präsidenten der Republik und versuchte, die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Landes inmitten großer Widersprüche und sowohl innerstaatlichem als auch internationalem Druck zu verändern. Seine Regierungszeit wurde im September 1973 durch einen Militärputsch beendet.
Während dieser Zeit war Javier Teodoro Gallac, ein Diplomat von Beruf, der argentinische Botschafter in Chile. Er hielt in öffentlichen, vertraulichen und geheimen Dokumenten sowie in seinem persönlichen Tagebuch den Alltag dieser so schwierigen und ungewissen Zeit im institutionellen Leben von Chile fest. Seine Aufzeichnungen sind detailliert, nüchtern und sachlich und beleuchten aus einer anderen Perspektive – aus dem diplomatischen Hinterzimmer – die Tragödie eines Landes sowie die persönlichen und institutionellen Umstände seiner Protagonisten. Misión argentina en Chile (1970-1973). Los registros secretos de una difícil gestión diplomática des Diplomaten und engen Freundes von Gallac, Juan Bautista Yofre, liefert neue und bisher unbekannte Erkenntnisse zur – scheinbar endlosen – Aufklärung einer so umstrittenen Phase der jüngeren chilenischen Geschichte.