Kurzerzählungen VII: Amelia – Die Nacht – Nach der Verabredung

In dem siebten und letzten Buch aus der Reihe Kurzerzählungen werden drei der cuentos von García Ponce vorgestellt, die diesmal nicht das von ihm bevorzugte und experimentelle Thema der Erotik als Auflehnung gegen das Normale beinhalten. Vielmehr geht es hier um Einsamkeit, Schuld und Selbstreflektion. García Ponce schreibt seine Kurzerzählungen in der Regel volkstümlich, ohne dabei zu sehr in die Folklore abzugleiten. Obwohl in der spanischen Rezeption vielfach die Erotik als das herausragende Merkmal seiner Kurzerzählungen gilt, lenkt diese Sichtweise sehr von dem eigentlichen historischen Wert dieses Autors für die mexikanische Literatur ab, der folgende Generationen auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt hat.

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The Family of Man

Bild: e-Shop Steichen Collection

In Jahr 1955 fand unter der Leitung von Edward Steichen im The Museum of Modern Art (MoMA) in New York eine grandiose Fotoausstellung statt. Sie galt als die öffentliche Anerkennung, dass auch die Fotografie in den Museen ankommen sollte.

Für die Auswahl der Bilder, die Teil dieser Ausstellung waren, benötigte Steichen drei Jahre. Er und seine Assistenten analysierten mehr als eine Million Fotografien aus der ganzen Welt und zeigten schließlich 503 Fotografien aus 68 Ländern und von 273 berühmten und unbekannten Fotografen: Männern und Frauen, Amateuren und Profis. Die Ausstellung folgte dabei dem Ansatz, sich auf eine Reise durch das Leben des Menschen von der Geburt bis zum Tod zu konzentrieren, wobei alle Phasen und Ereignisse durchlaufen werden: Geburt, Kindheit, Ausbildung, Jugend, Arbeit, Reife, Gesundheit, Ehe, Alter, Freude, Trauer, Tod, …

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Hombres, los odio

Bild: rowohlt

Nach der Veröffentlichung des Buches „Moi les hommes, je les déteste“ (in Deutschland unter dem Titel „Ich hasse Männer“ bei Rowohlt erschienen), einem Essay von Pauline Harmange über Misandrie, und welcher mehr ist als die bloße Aufforderung, alle Männer zu hassen, entbrannte letztes Jahr eine hitzige Debatte, vor allem in Frankreich (unter anderem hat auch die taz darüber berichtet). Der Duden deutet Misandrie als „krankhafter Hass von Frauen gegenüber Männern“, auch wenn Alice E. Marwick und Robyn Caplan in Drinking male tears: language, the manosphere, and networked harassment (erschienen in: „Feminist Media Studies“. Band 18, Nr. 4. S. 553, 2018) die misandry als eine Abneigung gegen Männer oder eine Verachtung für Männer bzw. eine Reihe tief verwurzelter Vorurteile gegenüber Männern bezeichnen. Der Titel solle als Aufforderung, Männer zu hassen, verstanden werden und sei der Autorin durchaus ernst: „Erst das völlige Ignorieren von Männern, deren Ansprache auch immer etwas Belehrendes […] habe, deren Versuche, charmant zu sein, herablassend wirken, könnte die Gesellschaft endlich verändern“, so die taz.

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Hispanoamerika wird im Spanisch-Unterricht stark vernachlässigt

Was schon vor Jahren bei einer Morphosyntax-Klausur am Institut für Romanistik der Ruhr-Universität Bochum für Unverständnis gesorgt hat, wird durch die von Univ.-Prof. Dr Elissa Pustka und die Univ.-Ass. Linda Bäumler an der Universität Wien gerade durchgeführte Umfrage unter 264 Studienanfängern bestätigt: Wer in der Klausur das Wort „Kühlschrank“ mit „refrigerador“ (sp. aus Mexiko) übersetzt hat, bekam einen Fehler angestrichen, da die angeblich korrekte Antwort „frigorífico“ (sp. aus Spanien) lautete.

Die aktuelle Umfrage belegt, dass sich der Spanischunterricht in Österreich und Deutschland nach wie vor vorwiegend auf Spanien konzentriert, obwohl Spanisch als sogenannte plurizentrische Sprache mit vielfältigen Normen betrachtet wird und die Lehrpläne eigentlich die Berücksichtigung von Sprachvariation einfordern. Dieser auf Spanien konzentrierte Input zeigt sich ebenso deutlich in der Fähigkeit der Studienanfänger, regionale Unterschiede in der gehörten Sprache zu erkennen: Ein im Rahmen der Umfrage durchgeführter Perzeptionstest zeigt, dass der Madrider Akzent am besten identifiziert wird, wogegen nur 26 Prozent der Befragten den Akzent von Mexiko kennen – des immerhin mit Abstand größten spanischsprechenden Landes der Welt, mit mehr als einem Viertel aller Sprecher weltweit (ca. 113 von 442 Millionen). Der Großteil der Befragten gab im Gegensatz dazu an, im Laufe ihres Spanischstudiums vor allem die hispanoamerikanischen Varietäten kennenlernen zu wollen, allen voran Mexiko, gefolgt von Argentinien und Peru. Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen ganz deutlich, dass Schüler so früh und so viel wie möglich mit authentischen Materialien der spanischen Sprache aus aller Welt in Kontakt kommen sollten. Auch im Universitätsstudium sollte auf einen angemessenen Anteil hispanoamerikanischer Lehrender und Themen gesetzt und der immer noch latente Eurozentrismus endlich abgebaut werden.

Geschlechtergerechte Schreibung

In seiner Pressemitteilung vom 26.03.2021 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung einmal mehr seine Auffassung bekräftigt, dass die geschlechtergerechter Sprache eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe ist, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Geschlechtergerechte Schreibung darf das Erlernen der geschriebenen deutschen Sprache nicht erschweren (Lernbarkeit), zumal geschlechtergerechte Texte sachlich korrekt, verständlich und lesbar sein sollen, Rechtssicherheit und Eindeutigkeit gewährleisten müssen und für die Lesenden bzw. Hörenden die Möglichkeit zur Konzentration auf die wesentlichen Sachverhalte und Kerninformationen sicherstellen sollten. Vor allem bei der Nutzung von Gender-Stern, Gender-Gap (Unterstrich), Doppelpunkt und anderen verkürzten Zeichen, die innerhalb von Wörtern eine „geschlechtergerechte Bedeutung“ zur Kennzeichnung verschiedener Geschlechtsidentitäten signalisieren sollen, werden die Kriterien geschlechtersensibler Schreibung in den letzten Jahren bei in manchen Bereichen, vor allem in Kommunen und an Hochschulen, verfügten Vorgaben zur geschlechtergerechten Schreibung nicht erfüllt. Da diese Zeichen in der geschriebenen Sprache auch noch andere Bedeutungen, z. B. als Satzzeichen, typografische Zeichen oder informatik- und kommunikationstechnische Zeichen haben, beeinträchtigt ihre Nutzung innerhalb von Wörtern die Verständlichkeit, Vorlesbarkeit und automatische Übersetzbarkeit sowie vielfach auch die Eindeutigkeit und Rechtssicherheit von Begriffen und Texten. Die Nutzung stellt demnach in letzter Konsequenz einen Rechtschreibfehler dar und kann daher laut dem Rat für deutsche Rechtschreibung nicht in das Amtliche Regelwerk mit aufgenommen werden.

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Zusammen haben wir Geschichte geschrieben

Bild: Amazon

Tatiana Clouthier hält in ihrem Buch Juntos hicimos historia (Grijalbo 2019) in der ersten Person fest, was sie im Jahr 2018 im Präsidentschaftswahlkampf von Andrés Manuel López Obrador (AMLO) gesehen, erlebt und geschaffen hat.

Dabei wird sie nach eigenen Aussagen nicht müde, dem Leben zu danken, dass es sie vor diese historische Herausforderung gestellt hat: eine mehr von denjenigen zu sein, die Mexiko friedlich und demokratisch verändert hat.

In dem Text erzählt sie, wie sie diese fast 150 Tage zwischen Müdigkeit, Freude, Spannungen und Ängsten erlebt hat. Außerdem zeigt sie den Prozess, dem sie gefolgt ist, indem sie ausdrückt, wie sie sich all dem gestellt hat. Und weil es eine persönliche Erfahrung war, konnte sie vielleicht auch andere dazu bewegen, das Gleiche zu tun.

Das Buch von Tatiana Clouthier ist etwas ganz Neues, denn das erste, was einem auffällt, ist eine vollkommene, vielleicht etwas krasse Aufrichtigkeit. Und das stellt sie als Augenzeugin vor die prüfenden Blicke, so wie sie ist, mit ihren Erfolgen und ihren Stolpersteinen. Zumindest gibt sie der Politik den alten Zustand des öffentlichen Handelns zurück: Das transparent zu machen, was man denkt und kongruent zu sein zwischen dem, was man sagt und dem, was man tut. Daher wird man weder zwischen den Zeilen lesen müssen, was gemeint ist, noch wird eine Eingebung oder der Argwohn benötigt, um zu erkennen, welche Ideen oder Absichten jenseits der Worte stecken. Das, was gesagt wird, kann also als direkter Ausdruck genommen werden, auch wenn manches sehr deutlich angesprochen wird.

Zensur an Hochschulen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat in einem Artikel vom 27.02.2021 auf die auch an Hochschulen immer weiter um sich greifende „Cancel Culture“ hingewiesen. Dort geht es um eine Vorlesung des Wirtschaftshistorikers Gregory Clark mit dem Titel For Whom the Bell Curve Tolls: A Lineage of 400.000 Individuals 1750–2020 Shows Genetics Determines Most Social Outcomes. Laut FAZ soll „[a]us Sicht des Dekans der Glasgower Business School […] der Titel eine Anspielung auf das Buch „The Bell Curve“ des amerikanischen Sozialwissenschaftlers Charles Murray und des Harvard-Psychologen Richard Herrnstein [sein], das Mitte der neunziger Jahre eine scharfe Kontroverse auslöste, weil Murray und Herrnstein darin über die Verteilung und Vererbbarkeit von Intelligenz sowie IQ-Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen schrieben. Dies wurde als rassistisch skandalisiert“. Da das umstrittene Buch an der Hochschule nicht erwähnt werden solle, wurde Clark vom Dekan gedrängt, die Worte „Bell Curve“ aus dem Titel seiner Vorlesung zu streichen, weigerte sich aber, weshalb die Vorlesung kurzerhand ganz abgesagt wurde.

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Kindgerechtes Buch zum Thema Corona zensiert

Mit LESEMAUS veröffentlich der Carlsen-Verlag Geschichten, die die Welt erklären. Die Bilderbücher für Kinder ab 3 Jahren sind ideal zum gemeinsamen Anschauen und Vorlesen. Verständliche Texte und hochwertige Illustrationen vermitteln erstes Sachwissen zu wichtigen Themen aus dem Kinderalltag. Mit LESEMAUS 185: Ein Corona Regenbogen für Anna und Moritz werden Tipps für Kinder rund um Covid-19 in der Corona-Zeit gegeben. Der Verlag schreibt dazu:

Die Krankheit Covid-19 und das Corona-Virus werden uns noch lange Zeit begleiten. Gerade für Kinder ist es wichtig zu wissen, wie diese winzigen Lebewesen ihr Leben beeinflussen und warum sie bestimmte Dinge nicht mehr tun sollen: Weder Oma und Opa noch Freunde treffen, nicht mehr zum Sport gehen, keine Musikschule mehr … Stattdessen ist es nun noch wichtiger, auf ausführliches Händewaschen zu achten und Abstand zu halten.

Die wichtigsten Tipps für Kita und Grundschule zum richtigen Verhalten in der Corona-Zeit werden hier leicht verständlich in einer liebevollen Sachgeschichte erzählt.

Entstanden mit fachlicher Beratung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin.

Jetzt wird die Auslieferung des Buches allerdings gestoppt, auch wenn bereits eine Nachauflage veranlasst ist. Dabei geht es um eine Formulierung zur Herkunft des Virus: das „Virus komme aus China und habe sich von dort verbreitet“. Der Verlag hält nach eigenen Angaben mit Blick auf die Zielsetzung des Buches (bewusstes Verhalten im Alltag angesichts des Infektionsrisikos) eine Auseinandersetzung um Indizien in diesem Zusammenhang als nicht angemessen, weshalb man sich entschieden habe, den Satz aus dem Buch zu streichen. Damit lässt sich der Verlag selber nicht nur zensieren, sondern – was von viel größerer Bedeutung ist – beugt sich einem außereuropäischen Staat, der ihm vorschreibt, was in Deutschland gedruckt werden darf und was nicht.

Kurzerzählungen VI: Tajimara – Familientreffen – Ein Tag im Leben von Julia

In dem sechsten Buch aus der Reihe Kurzerzählungen werden drei der cuentos von García Ponce vorgestellt, die wieder das von ihm bevorzugte und experimentelle Thema der Erotik als Auflehnung gegen das Normale beinhalten. Dabei geht es diesmal um verschmähte Liebe, viel Ironie sowie die Lust ohne schlechtem Gewissen. García Ponce schreibt seine Kurzerzählungen in der Regel volkstümlich, ohne dabei zu sehr in die Folklore abzugleiten. Obwohl in der spanischen Rezeption vielfach die Erotik als das herausragende Merkmal seiner Kurzerzählungen gilt, lenkt diese Sichtweise sehr von dem eigentlichen historischen Wert dieses Autors für die mexikanische Literatur ab, der folgende Generationen auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt hat.

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Neue Stadt Starbase

Elon Musk, der Gründer von Tesla, versucht, eine neue Stadt namens Starbase in der Nähe der Startanlagen von SpaceX in Texas zu gründen. Dazu schrieb Musk auf Twitter: „Creating the city of Starbase, Texas“. Die texanischen Einrichtungen von SpaceX befinden sich in Boca Chica Village, in der Nähe von Brownsville. Das Unternehmen entwickelt dort seit 2014 seine Starship-Rakete und testet dort ebenfalls seine Prototypen. Dabei soll die neue Stadt nach Angaben von Musk viel größer als das heutige Dorf werden. Offizielle Stellen in Cameron County, in dem Boca Chica Village liegt, bestätigten in einer Stellungnahme gegenüber Business Insider die Pläne von Musk, die dieser bereits seit einigen Jahren verfolgt, indem er z. B. Grundstücke versucht aufzukaufen.

Quelle: Google maps

Damit ist Musk nicht der erste Unternehmer, der eine eigene Stadt bauen will. Allerdings ist dies auch kein Garant für den Erfolg eines solchen Vorhabens, wie man beispielsweise an Kitsault, dem verlassensten Ort in Kanada sehen kann. Im Falle von Kitsault brachen die Preise des Rohstoffs, der direkt neben der Stadt abgebaut wurde, dramatisch ein, so dass das Unternehmen, welches die Stadt errichtet hatte, geschlossen wurde und die Einwohner die Stadt wieder verlassen mussten, da sie dort keine anderweitige Arbeit finden konnten. Und auch wenn die Mission von SpaceX, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermöglichen sollen, den Mars zu kolonisieren und das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten, sicher Zukunft haben wird, ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass Starbase nicht ein ähnliches Schicksal wie Kitsault ereilen könnte. Vielleicht sollte Musk auf die südliche Halbkugel wechseln, um Fehler, die auf der nördlichen Halbkugel gemacht wurden, nicht nochmals zu begehen.