Chile-Nachrichten

Quelle: Lateinamerika Nachrichten Oktober/November 1988

In der Dezember-Ausgabe der Lateinamerika Nachrichten (Nr. 546 – Dezember 2019) geht es vornehmlich um die Situation in Chile. Nicht zum ersten Mal kämpfen die Menschen in Chile derzeit laut und deutlich gegen das herrschende System: Schon im Oktober 1988 stimmte die Mehrheit in einem Plebiszit gegen die Fortführung der Diktatur Pinochets. Danach übernahm eine ordentlich gewählte Regierung die Macht, trotzdem änderte sich in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht fast nichts. Im Editorial der Lateinamerika Nachrichten von Oktober 1988 wurde auf das damalige Motto der Kampagne gegen das Pinochet-Regime aufmerksam gemacht: „Die Feude ist schon unterwegs.“ Weitere Artikel in der jetzigen Ausgabe klären über die Situation auf und beleuchten die Proteste aus verschiedenen Blickwinkeln.

Ethel Barja

Ethel Barja wurde 1988 in Perú geboren und veröffentlichte die Gedichtbände „Trofeo imaginado entre dientes“ (SENAJU, 2011), „Gravitaciones“ (Paracaídas Editores, 2013) und „Insomnio vocal“ (Alastor, 2016). Sie studierte Linguistik und Literatur an der Pontificia Universidad Católica del Perú in Lima, Hispanoamerikanische Studien an der University of Illinois in Chicago, und promoviert an der Brown University im Bereich Hispanic Studies. Ihre Gedichte wurden u.a. in der Anthologie Voces al norte de la cordillera: Antología de voces andinas en los Estados Unidos (2016) sowie den Zeitschriften Madera, Los Bárbaros und Hostos Review publiziert. 2019 erhielt sie den Premio Cartografía Poética (Perú) und ihre Werke wurden bereits ins Englische, Französische, Katalanische und Portugiesische übersetzt. Das von ihr geleitete Gociterra ist ein kritischer und kreativer Raum für den Kommentar der zeitgenössischen lateinamerikanischen Literatur und die Übersetzung von englischer, französischer und deutscher Dichtung ins Spanische. Bei TraLaLit schreibt sie zudem regelmäßig einen Beitrag für ihre Kolumne, in welcher es ebenfalls um die Übersetzung von Gedichten geht. Eines ihrer Gedichte, mit einer Übersetzung ins Deutsche von Christiane Quandt, kann bei den Lateinamerika Nachrichten nachgelesen werden.

Kölner Gespräche zur Weltliteratur 2019

Die 5. „Kölner Gespräche zur Weltliteratur“ setzen sich im Rahmen des ERC-geförderten Forschungsprojekts „Reading Global. Constructions of World Literature and Latin America“ unter Leitung von Prof. Dr. Gesine Müller einmal mehr mit aktuellen Tendenzen in globalem Buchmarkt und Weltliteratur auseinander. Am Podiumsgespräch Literarisches Quintett – (Welt-)Literatur heute nehmen teil: Silvia Fehrmann (DAAD-Künstlerprogramm), Ursula März (DIE ZEIT), Markus Messling (Universität des Saarlandes), Sasha Marianna Salzmann (Autorin) und Denis Scheck (Druckfrisch). Im Anschluß findet eine Lesung und Diskussion mit dem argentinischen Autor Alan Pauls statt, die von Friederike von Criegern übersetzt und moderiert wird.

KI und Übersetzung

Der Tagesspiegel hat in einem Beitrag, betitelt mit „Sprachberufe in Gefahr: Künstliche Intelligenz verdrängt den Übersetzer – und nicht nur ihn“, über den Übersetzertag im Literarischen Colloquium berichtet. Auch wenn ’noch der Mensch die Maschine schlägt‘, ist dem Beitrag von Ulrike Baureithel doch zu entnehmen, dass es nicht mehr lange dauert, bis alles von Maschinen übersetzt wird und der Übersetzer sich zu einem ’Posteditor‘, einem ’grauen Heer von Textnachbereitern‘ entwickeln muss und auch wird. Die in dem Beitrag genannten Übersetzerhilfen wie Google Translate oder DeepL sind da angeblich schon sehr weit, um dem Übersetzer dank auch einer Fülle von Textkorpora früher oder später den Rang abzulaufen.

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Nationalfeiertag für Frauen mit Behinderungen

Die Parlamentarische Gruppe der Partei der institutionalisierten Revolution (Partido Revolucionario Institucional – PRI) im Senat hat eine Initiative vorgelegt, den 12. September zum „Nationalfeiertag für Frauen mit Behinderungen“ zu erklären. Damit will sie mit einem weiteren Element zur Bekämpfung von Diskriminierung beitragen und Gruppen von Menschen, die unter Einschränkungen des Zugangs zu ihren grundlegenden Menschenrechten leben, mehr Sichtbarkeit verschaffen. Die Initiative unter der Federführung von Miguel Ángel Osorio Chong sieht vor, dass der mexikanische Staat diesen Tag als einen Gedenktag zum Andenken an die Geburt von Gabriela Brimmer bestimmt, einer mexikanischen Pionierin im Aktivismus für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

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Kurzerzählungen II: Ritual – Karyatiden – Bilder von Vanya

In den drei cuentos, die in diesem zweiten Buch aus der Reihe Kurzerzählungen vorgestellt werden, bedient sich García Ponce wieder dem für ihn experimentellen Thema der Erotik als Auflehnung gegen das Normale. Aber auch das Begehren ist in diesen drei Kurzerzählungen ein für ihn wichtiges Motiv. Er schreibt seine Kurzerzählungen in der Regel volkstümlich, ohne dabei zu sehr in die Folklore abzugleiten. Obwohl in der spanischen Rezeption vielfach die Erotik als das herausragende Merkmal seiner Kurzerzählungen gilt, lenkt diese Sichtweise sehr von dem eigentlichen historischen Wert dieses Autors für die mexikanische Literatur ab, der folgende Generationen auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt hat.

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Eine Literaturzeitschrift stellt sich vor

© alba. lateinamerika lesen

Im September hatte ich bereits darüber berichtet, dass im Rahmen des vom Berliner Senat geförderten Kooperationsprojekts mit dem Lyrik-Magazin aus Buenos Aires, Hablar de Poesía, zum Anlass der Veröffentlichung der 12. Ausgabe des mehrsprachigen Literaturmagazins alba. lateinamerika lesen, Lesungen in den beiden Hauptstädten Buenos Aires und Berlin stattfinden werden.

Die Lesung in Berlin findet nun am 1. November 2019 um 19:00 Uhr im Instituto Cervantes statt.

Zusätzlich findet am 21. November 2019 um 18:00 Uhr im Ibero-Amerikanischen Institut ein Gespräch mit der Dichterin und Übersetzerin Claudia Sierich statt, bei dem die Mitglieder der Redaktion davon berichten werden, wie aus vielen Ideen und Lektüren jedes Jahr ein sorgsam kuratiertes, übersetztes und illustriertes Heft entsteht. Eine Auswahl von Lieblingstexten wird einen Eindruck vom „alba-Sound“ geben und Lust aufs Blättern in inzwischen zwölf Ausgaben von alba. lateinamerika lesen machen.

Pflegepersonal aus Mexiko

Im Editorial der neuen Ausgabe der Lateinamerika Nachrichten (Nr. 545 – November 2019) wird die Reise von Jens Spahn nach Mexiko thematisiert, die er im September unternommen hatte, um Pflegefachkräfte anzuwerben. Dabei wird darauf hingewiesen, dass trotz der Betonung von Seiten der Bundesregierung, man wolle keinem Land die Fachkräfte entziehen, Deutschland trotzdem einem in puncto ausgebildeter Pflegearbeiterinnen unterversorgten Land sich an dem sogenannten Care Drain beteiligt. Dabei sollte der Pflege ein anderer Wert in unserer Gesellschaft zukommen und nicht zu einer Ware mutieren.

„Care-Arbeit, Sorge und Fürsorge im weitesten Sinn, gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Arbeitsbereichen. Die Lücke zwischen zu versorgenden Menschen und fürsorgenden Menschen wächst, im Jahr 2030 werden laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 400 Millionen ältere Menschen auf Pflege angewiesen sein. Die Pflegekrise bekommt nun mehr Aufmerksamkeit, die Debatte darum berücksichtigt jedoch nur selten, dass die Doppelbelastung für Arbeiterinnen schon lange Realität ist. Die geschlechtliche Arbeitsteilung führt dazu, dass Emanzipation von reichen Frauen auch auf Kosten anderer Frauen geht. Die Eingliederung vieler Frauen in den Arbeitsmarkt führt also nicht zu einer gesamtgesellschaftlich gerechter verteilten Sorgeverantwortung, sondern gibt diese einfach an andere, ärmere Frauen weiter. So hüten Ecuadorianerinnen schon lange Kinder in Spanien und nun sollen auch Mexikanerinnen alte Menschen in Deutschland pflegen.“

Ü-BERLIN – Die internationalen Übersetzer*innen Berlins

Sie sind das Elixier der Weltliteraturstadt Berlin und werden doch übersehen – die vielen internationalen Übersetzerinnen und Übersetzer, die ihren Lebensort an der Spree haben und die deutschsprachige Literatur (oder auch andere Literaturen) in die Sprachen der Welt übertragen. Ü-BERLIN bietet ein Forum für den Austausch von Geschichten und Erkenntnissen aus der doppelten Perspektive von „verschobener” Heimat und eigener Sprache. In einem Zukunftslabor werden Strategien der Überbrückung von ökonomischen wie künstlerischen Not- und Schieflagen reflektiert und Möglichkeiten von Vernetzung, Sichtbarkeit und Förderung ausgelotet. Ein kulturpolitischer Panel und ein literarischer Abend runden die öffentliche Veranstaltung ab.

PARATAXE SYMPOSIUM VI
Wann: 23.11.2019 ab 13:00
Ort: Literarisches Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin)

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Schreiben an einem anderen Ort

Jornada de literatura argentina Colonia | ESCRIBIR EN OTRO LUGAR

Die 4. Kölner Jornada de literatura argentina, die am 22. Oktober an der Universität zu Köln stattfindet, führt sechs argentinische AutorInnen der Gegenwart zusammen, die alle an einem anderen Ort als ihrem Herkunftsland leben und arbeiten, manchmal eine andere als ihre Muttersprache nutzen oder sich im eigenen Land mit ihrem Migrationshintergrund auseinandersetzen. Diese SchriftstellerInnen werden weiterhin der argentinischen Nationalliteratur zugerechnet, da man sich seit jeher gerne auf internationale Strömungen und Traditionen beruft: Mónica Müller, die in Buenos Aires ein Buch über ihren deutschen Vater verfasste; María Negroni, Eduardo Berti und Patricio Pron, die von New York, von Bordeaux und Madrid aus die argentinische Kultur der Gegenwart und ihre Vorgeschichte beleuchten; Mariana Eva Pérez und María Cecilia Barbetta, die aus Deutschland oder sogar in deutscher Sprache zurückblicken auf die dunkle Zeit vor und während der letzten argentinischen Militärdiktatur.
Das Programm kann hier als pdf heruntergeladen werden.