Melanie Aufenvenne: Feuer gefällig?

Eine Kulturgeschichte des Rauchens

Ein Buch, um mit dem Rauchen aufzuhören – oder damit anzufangen…

Der schöne blaue Dunst hat sich in Luft aufgelöst. Die Zeiten sind vorbei, wo Zigarette und Co. die Welt verführt und erobert haben. Vorbei auch die Zeiten, wo Raucher ihre Sucht genussvoll zelebrieren konnten. Wer sich heute eine anstecken möchte, muss erklären, warum man immer noch die Luft mit diesem „Teufelskraut“ verpesten muss. Wer will schon einen Aschenbecher küssen? Und rauchende Charaktere in Film und Fernsehen sieht man längst schon nicht mehr. Was heute zählt, sind strahlend weiße Zähne anstatt nikotinblasse Gesichtshaut. Die Geschichte des Rauchens wird von Nichtrauchern erzählt. Das steht fest. Zeit also, dem Phänomen „Rauchen“ auf die Spur zu kommen. Ob mit oder ohne Filter, parfümiert oder unverfälschtem Tabakgenuss: Rauchen hat Tradition seit über 500 Jahren. Und es hat unser Alltagsleben mehr als nur beiläufig geprägt. Verführungskraft, Coolness oder Eleganz – Rauchen war und ist mehr als nur blauer Dunst.

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Imperiofilia y el populismo nacional-católico

Imperiofilia y el populismo nacional-católico (Lengua de Trapo Editorial).

Ein Essay, um Imperiofobia, den meistverkauften spanischen Essay der letzten Zeit, auseinanderzunehmen.

Im Jahr 2016 veröffentlichte María Elvira Roca Barea Imperiofobia y la leyenda negra, einen Essay, der darauf abzielte, die Grundlagen eines Antihispanismus zu zerstören, der die Geschichte Spaniens seit Jahrhunderten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Grenzen verzerrt hatte. Mit mehr als 100.000 verkauften Exemplaren ist ihr Buch, das von Persönlichkeiten wie Arcadi Espada, Mario Vargas Llosa, Josep Borrell oder Isabel Coixet verteidigt wurde,  zu einem gesellschaftlichen und verlegerischen Phänomen geworden.

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Imperiofobia y leyenda negra

Imperiofobia y leyenda negra: Roma, Rusia, Estados Unidos y el Imperio español (Ediciones Siruela).

Der erfolgreichste Essay der letzten Zeit, Gewinner des I PREMIO LOS LIBREROS RECOMIENDAN (2018) in der Kategorie „Sachbuch“.

In diesem Band geht María Elvira Roca Barea rigoros der Frage nach der Abgrenzung der Vorstellungen von Imperium, leyenda negra („Schwarze Legende“) und Imperiumsphobie nach. Auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, was Imperien und die schwarzen Legenden, die untrennbar mit ihnen verbunden sind, gemeinsam haben, wie sie von Intellektuellen geschaffen werden, die mit lokalen Mächten verbunden sind, und wie Imperien selbst sie übernehmen. Stolz, hybris, Neid, sind der imperialen Dynamik nicht fremd. Die Autorin befasst sich mit der Imperiumsphobie im Fall von Rom, den Vereinigten Staaten und Russland, um das spanische Imperium eingehender und aus einer besseren Perspektive zu analysieren. Der Leser wird entdecken, wie die aktuelle Geschichtsschreibung Spaniens und Europas auf Ideen beruht, die mehr auf propagandistisch geprägten Gefühlen als auf realen Ereignissen beruhen.

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Kurzerzählungen III: Das Café – Die Möwe – Sendung

Das dritte Buch aus der Reihe Kurzerzählungen beinhaltet weniger das von García Ponce bevorzugte und für ihn experimentelle Thema der Erotik als Auflehnung gegen das Normale. Vielmehr geht es um die allgegenwärtige Sehnsucht nach Nähe, eine erste jugendliche Liebe sowie die Erinnerung an Verbotenes. García Ponce schreibt seine Kurzerzählungen in der Regel volkstümlich, ohne dabei zu sehr in die Folklore abzugleiten. Obwohl in der spanischen Rezeption vielfach die Erotik als das herausragende Merkmal seiner Kurzerzählungen gilt, lenkt diese Sichtweise sehr von dem eigentlichen historischen Wert dieses Autors für die mexikanische Literatur ab, der folgende Generationen auf unterschiedliche Weise nachhaltig geprägt hat.

Buch bei Amazon.

Die Pandemie und das Ende des Neoliberalismus

In einem Artikel erörtert der argentinische Soziologe Atilio Borón die außergewöhnlichen und globalen Konsequenzen, die die aktuelle Coronavirus-Pandemie haben könnte. Atilio Borón beginnt seinen Artikel damit, dass er der These Slavoj Žižek widerspricht, dass der Kapitalismus durch die Pandemie bereits eine Art Buffalo Bill-Knockout erleidet, und kehrt damit zu Lenins klassischer These zurück, dass der Kapitalismus nicht untergehen wird, wenn es keine sozialen und politischen Kräfte gibt, die ihn zu Fall bringen. Und solche revolutionären Kräfte scheint es derzeit weder in Europa noch in den Vereinigten Staaten oder Lateinamerika zu geben. Žižek beharrt auf seiner These, indem er sagt, dass verschiedene Formen eines neu erfundenen Kommunismus wahrscheinlich im Übergang (nach der Pandemie) entstehen werden, d.h. in einer Zwischenphase, in der es möglich ist, weg von der Barbarei, die der Kapitalismus mit sich bringt, zu leben und sich in Richtung humanerer Zivilisationsformen zu bewegen. Dies wäre bereits ein großer Schritt vorwärts, aber es hängt vom Klassenkampf selbst ab, obwohl es auch passieren könnte, dass wir der vom Kapitalismus aufgezwungenen verschärften Barbarei, mit brutaleren Formen wirtschaftlicher Ausbeutung, politisch-staatlicher Nötigung und Gewissensmanipulation durch eine immer schärfere Mediendiktatur, noch näher kommen.

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Heimkehr ins Unbekannte: Unterwegs nach Palästina

Bild: Berenberg-Verlag

Die in New York lebende chilenische Autorin Lina Meruane erzählt in „Heimkehr ins Unbekannte“, wie sie sich auf die Suche nach ihrer palästinensischen Herkunft macht. Sie begibt sich im Jahr 2011 auf die Suche nach ihrer Herkunft ins heutige Israel und besucht schließlich auch Palästina. Meruane reist abermals nach Palästina, nach Ramallah und Beit Jala. Sie macht sich nun aber vermehrt Gedanken über das globale Herkunftswirrwarr, über die Schwierigkeiten, ja: die Unmöglichkeit, das Eigene und das Fremde genau bestimmen zu können, genau antworten zu können auf die Frage: „Where are you from?“.

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ZDF Doku 37 Grad: Unser Baby soll leben

Bild: ZDF

Die vorgeburtliche Diagnostik hat enorme Fortschritte gemacht. Aber sie kann Eltern auch in ein Dilemma stürzen, wenn sie von einem Gendefekt oder einer Erkrankung ihres Babys erfahren. Statistisch gesehen entscheiden sich neun von zehn werdenden Eltern gegen ein Baby mit Downsyndrom – die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Der „37°“-Film begleitet drei Familien über ein Jahr, durch die Schwangerschaft sowie die Zeit nach der Geburt. Und er beleuchtet den Alltag mit einem schwer kranken Kind.

Geliebte Ronja: Unser Wunschkind hat das Down Syndrom

Bild: Kösel Verlag

Was ist schon normal?

»Ihr Kind hat einen sogenannten atrioventrikulären Septumdefekt und das 21. Chromosom ist tatsächlich dreimal vorhanden. Es ist also mit Sicherheit das Down Syndrom. Ronja muss in den ersten Lebensmonaten am Herzen operiert werden.«

Gundula Rath erhält diese Diagnose in der 24. Schwangerschaftswoche. Schock, Trauer, irrationale Schuld – zu diesen Gefühlen kommt sehr schnell eine tiefe Verbundenheit und Liebe zu ihrer ungeborenen Tochter.

Die Entscheidung der Eltern, Ronja nicht abzutreiben, stößt in ihrem Umfeld teils auf großes Unverständnis. Diese Erfahrung bewegt die Mutter dazu, ihr Leben mit Ronja aufzuschreiben. Sie startet den Blog »Geliebte Ronja«. Hier berichtet sie von ihrem aufregenden, fröhlichen, manchmal schweren und auch ganz normalen Leben mit Ronja. Darüberhinaus reflektiert sie klug auch unseren gesellschaftlichen Umgang mit Kindern mit Behinderung.

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Wenn die Natur die stolze Moderne angreift

Wir erleben ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung, dessen abgründige Bedeutung wir vermutlich nicht als Zeichen des Endes einer langen Ära und des Beginns eines neuen Zeitalters, das wir Transmoderne genannt haben, deuten. Das Virus, das die Menschheit heute zum ersten Mal in ihrer tausendjährigen Entwicklung angreift – in einem Moment, in dem wir uns der Gleichzeitigkeit (in Echtzeit), die durch die neuen elektronischen Medien bestätigt wird, voll bewusst sein können – gibt uns etwas zum Nachdenken in der selbst auferlegten Stille und Isolation jedes Menschen angesichts einer Gefahr, die die Verwundbarkeit eines Kartenhauses zeigt, in dem wir jeden Tag leben, als hätte es die Konsistenz einer unverwundbaren Struktur.

Diese Tatsache hat eine Reihe von Reaktionen von philosophischen und wissenschaftlichen Kollegen hervorgerufen, weil sie große Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dieser Reflexion über das überwältigende Ereignis soll ein Sandkorn hinzugefügt werden.

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Coronakrise: Aufruf zur Unterstützung der Verlage

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

ich hoffe, es geht Euch allen gut!

Heute Morgen habe ich mit dem Verleger eines einschlägigen Verlags in Berlin telefoniert. Die Buchverlage stehen mit dem Rücken zur Wand. Entgegen dem, was man in Zeiten der splendid isolation denken würde, sind die Bestellungen über den Auslieferer Prolit um 80% gegenüber dem Vergleichsmonat März 2019 zurückgegangen. Dramatisch ist, dass Amazon offensichtlich das Geschäft der Buchauslieferung mehr oder weniger eingestellt hat. D.h. Amazon bezieht in vielen Fällen keine weiteren Bücher von den Verlagen und zieht sich offensichtlich in der Krise aus dem Buchgeschäft (zumindest vorübergehend) raus. Da die Buchläden geschlossen sind, ist das fatal. Ich habe die entsprechenden Emails von Prolit zur Lage gesehen.

Was jetzt hilft, ist, bei den Verlagen selbst zu bestellen, um die Liquidität aufrecht zu erhalten und so die Insolvenzen abzuwenden. Und zwar massig, alles was Ihr immer mal bestellen wolltet! Sonst haben wir bald keine kleinen Verlage mehr

und wie sie alle heißen, die für uns wichtige Institutionen des Austauschs und des kulturellen Lebens sind. Vermutlich gilt das aber selbst für die größeren wie

und für die Fachverlage der Romanistik wie C. Winter, AVMNarr, Stauffenburg, Frank & Timme, Erich Schmidt und viele andere.

Ich habe ordentlich bestellt und hoffe, Sie machen mit/Ihr macht mit (bitte weiterleiten und einkaufen), im Schneeballprinzip könnte das vielleicht nützen.

Courage et bon vent!

Markus Messling