Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Eine der größten Kultureinrichtungen weltweit steht vor ihrer Zerschlagung. Ein Gutachten des Wissenschaftsrates empfiehlt, statt der Stiftung vier eigenständige Organisationen zu gründen – mit gravierenden Konsequenzen. Zu den Schätzen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) zählen unter anderem die Berliner Museumsinsel mit Pergamonaltar und Nofretete sowie die Staatsbibliothek. Nun droht ihr das Aus. Seit Jahren schon steht die Stiftung in der Kritik: Sie sei unübersichtlich, handlungsunfähig, ein irrwitziger Koloss aus Museen, Bibliotheken, Archiven und Führungsinstanzen.

Nach einem von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Auftrag gegebenem Gutachten empfiehlt der Wissenschaftsrat nun, vier eigenständige Organisationen zu gründen für Staatliche Museen (mit dem Institut für Musikforschung), die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv und das Ibero-Amerikanische Institut. Dafür soll es jeweils eine unabhängige Leitung mit Personal- und Budgetverwaltung geben. Erwartet wird dadurch mehr Effizienz und Eigenständigkeit bei Schwerpunkten wie Forschung und Bildung.

Quelle: ZDF Aspekte

Enrique Serna: Premio Xavier Villaurrutia 2019

Enrique Serna gewinnt den Schriftstellerpreis Premio Xavier Villaurrutia 2019 und wird damit für seinen Roman „El vendedor de silencio“ ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus Marianne Toussaint, Felipe Garrido und Vicente Quirarte, hält fest, dass der Autor, wie schon in früheren Romanen, ein Werk geschrieben hat, in dem sich Fiktion und Geschichte abwechseln: „In diesem Fall entspricht das historische Thema einer Zeit, die der unseren sehr nahe ist und die sich in seinem Roman dank der Brillanz seines Erzähldiskurses, der Wahrhaftigkeit der Figuren und Situationen, der Schnelligkeit seiner Prosa und seiner Entschlossenheit, nichts dem Zufall zu überlassen und alle losen Enden zu verknüpfen, literarisch verändert hat. Serna verpflichtet den Leser, ihn bei jeder seiner Handlungen zu begleiten und sie mit ihm zu leben“, heißt es in der Veröffentlichung zu dem Urteil der Jury.

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Grijalbo – Penguin Random House

Juan Grijalbo, ein spanischer Exilant, begann seine Verlagstätigkeit 1939 in Mexiko. Nachdem er die mexikanische Staatsbürger erlangt hatte, begann er seine Tätigkeit im Verlagswesen und Vertrieb in ganz Lateinamerika, bis er 1962 Editorial Grijalbo in Barcelona gründete. Bereits 1980 war das Verlagshaus führend in Mexiko und hatte Niederlassungen in Argentinien, Chile und Kolumbien. Im Jahr 1989 wurde der Verlag Teil der italienischen Gruppe Mondadori, mit der er die Verlagsgruppe Grijalbo Mondadori bildete, zu der alle Grijalbo-Unternehmen in Spanien und Lateinamerika gehörten.

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Selfpublishing-Buchpreis 2020

Der Selfpublishing-Buchpreis des Selfpublisher-Verbandes e.V. bietet unabhängigen Autorinnen und Autoren eine Bühne, um die Vielfalt und Qualität selbstveröffentlichter Bücher einem breiten Publikum vorzustellen. Gemeinsam mit Partnern und Sponsoren werden die besten verlagsunabhängig veröffentlichten Titel in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Ratgeber und Kinder-/Jugendbuch gesucht. Die Entscheidungen trifft eine kompetente Jury; die besten Werke jeder Kategorie werden bei der Preisverleihung im November 2020 mit je 3.000 Euro prämiert. Dazu kommt noch je ein üppiges Marketingpaket. Eingereicht werden dürfen alle selbstveröffentlichten Bücher, die im Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis 31. Juli 2020 erschienen sind und die Teilnahmebedingungen erfüllen.

Quelle: Selfpublishing Buchpreis

El hombre de Rupak Tanta

DIE ANDENWELT IN DEUTSCHLAND

El hombre de Rupak Tanta ist die fabelhafte Geschichte eines Mannes aus den peruanischen Anden, die in einem deutschen Park spielt, dem Stadtgarten von Essen in NRW. Melacio Castro Mendoza, Schriftsteller aus Peru, rekonstruiert auf knapp 180 Seiten die Welten der Andenkosmogonie in einer Bergbauregion, dem Ruhrgebiet. Pureq Kañiwa erzählt in dem Roman den Weg, den er auf einer Reise durch sieben Türen unternommen hat. Jede der Türen ist voller gefährlicher Abenteuer und Verzauberungen, die uns durch unvergessliche Träume und Alpträume führen. Eine politische Parabel über Liebe und Gerechtigkeit.

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Titel in der (Literatur-)Übersetzung

Bei Tralalit, einer Plattform für übersetzte Literatur, ist jetzt ein Kommentar von mir veröffentlich worden, der sich mit der Titelfrage bei „Sangre en el ojo“ von Lina Meruane auseinandersetzt. Unter anderem versuche ich herauszustellen, dass der deutsche Titel „Rot vor Augen“ dem Roman der chilenischen Autorin nicht gerecht wird. Denn Sprachkenntnisse allein reichen beim Übersetzen nicht aus, um die landesspezifischen Nuancen einzufangen. Diese Nachlässigkeit im Titel einer Übersetzung lässt sich auch bei anderen Werken wiederfinden.

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Die zweite Welle

Die Aufarbeitung der Corona-Krise beginnt mit einer Flut von Büchern und Filmen. Die Corona-Krise ist noch gar nicht vorbei, da hat die gesellschaftliche Verarbeitung schon begonnen. Vom Pixi-Buch bis zum Essayband, vom “Tagebuch aus Wuhan” bis zur Corona-Liebesschmonzette – Buchverlage, Film- und Fernsehmacher kennen nur noch ein Thema. Mindestens 54 Buchprojekte zu Corona sind geplant. Brauchen wir das alles?

Keshvari kommt die Ehre zuteil, den ersten Spielfilm zur Corona-Krise gedreht zu haben – noch vor dem globalen Lockdown. Doch der Low-Budget-Schnellschuss von Keshvari ist nur der Auftakt zu einer gewaltigen Flut von Büchern, Filmen, Serien, Sonderheften, die die Pandemie künstlerisch aufarbeiten und eine erste Bilanz ziehen. Sollte der Welt eine zweite Welle des Virus selbst erspart bleiben – der kulturelle zweite Dreh wird niemanden verschonen. Und rollt mit Macht heran. Allein die größten deutschen Verlage planen nach einer Umfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) für den Sommer und Herbst mindestens 54 Buchprojekte zum Thema Corona.

Quelle: Imre Grimm (RND)

HKW Preis für übersetzte Gegenwartsliteraturen

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW), die Stiftung Elementarteilchen und die Jury haben sich entschieden, im Ausnahmejahr 2020 nicht ein einzelnes Buch mit dem Internationalen Literaturpreis 2020 auszuzeichnen, sondern alle sechs Titel der Shortlist gleichermaßen. Statt nur zwei Preisträger gibt es dieses Mal zwölf Gewinner: die sechs Autorinnen und Autoren und deren Übersetzer.

Das Preisgeld wurde unter den sechs Autorinnen und Autoren und den sechs Übersetzern gleich aufgeteilt. Am 4. Juni wurden die Preisträger in der Sendung Lesart auf Deutschlandfunk Kultur live bekanntgegeben und vorgestellt.

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Woody Allen: Ganz nebenbei

Über die geplante Veröffentlichung der Autobiographie von Woody Allen und das „auf unbestimmte Zeit“ verschobene Erscheinungdatum hatte ich hier bereits hingewiesen.

Inzwischen ist die in meinem Beitrag vom 08.03.2020 verlinkte Seite von rowohlt nicht mehr erreichbar, dafür ist mit Erscheinungsdatum vom 28.03.2020 das Buch jetzt auch bei rowohlt erhältlich. Laut rowohlt schrieb die Frankfurter Neue Presse dazu: „Den Schatten des üblen Verdachts kann er mit dieser Biografie vertreiben. Den Schatten des Unglücks in seinem Leben aber wohl nie.“ Allerdings ist dieser Satz dort so nicht mehr zu lesen, das Urteil fällt eher vernichtend aus: „Allens Karriere schien zuletzt weitgehend vorbei, mit dieser Autobiografie, die über weite Strecken wenig originell und selbstgerecht geschrieben ist, hat er sich nun wieder in die Schlagzeilen gebracht“.

Trotzdem sollte man froh sein, dass diese Autobiographie nicht der „Zensur“ zum Opfer gefallen ist, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

Melanie Aufenvenne: Feuer gefällig?

Eine Kulturgeschichte des Rauchens

Ein Buch, um mit dem Rauchen aufzuhören – oder damit anzufangen…

Der schöne blaue Dunst hat sich in Luft aufgelöst. Die Zeiten sind vorbei, wo Zigarette und Co. die Welt verführt und erobert haben. Vorbei auch die Zeiten, wo Raucher ihre Sucht genussvoll zelebrieren konnten. Wer sich heute eine anstecken möchte, muss erklären, warum man immer noch die Luft mit diesem „Teufelskraut“ verpesten muss. Wer will schon einen Aschenbecher küssen? Und rauchende Charaktere in Film und Fernsehen sieht man längst schon nicht mehr. Was heute zählt, sind strahlend weiße Zähne anstatt nikotinblasse Gesichtshaut. Die Geschichte des Rauchens wird von Nichtrauchern erzählt. Das steht fest. Zeit also, dem Phänomen „Rauchen“ auf die Spur zu kommen. Ob mit oder ohne Filter, parfümiert oder unverfälschtem Tabakgenuss: Rauchen hat Tradition seit über 500 Jahren. Und es hat unser Alltagsleben mehr als nur beiläufig geprägt. Verführungskraft, Coolness oder Eleganz – Rauchen war und ist mehr als nur blauer Dunst.

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