Patricia Salinas: Haus mit Pool

Bild: Planeta de Libros

Pilar, eine Frau, die gerade Mutter geworden ist, entdeckt, dass sie adoptiert wurde. Was stabil und solide schien – eine Familie, ein Job, das Leben selbst – beginnt zu zerfallen. Der Kauf eines Hauses mit Swimmingpool verschafft Patri zwar eine gewisse Ruhe, doch bald erfährt sie, dass neben ihrem neuen Zuhause eines der dunkelsten geheimen Gefangenenlager der letzten Militärdiktatur in Argentinien betrieben wurde: der Pozo de Quilmes. Ist sie die Tochter von Verschwundenen? Ist sie die Tochter eines Militärs? Eines Unterdrückers?

Dieses Ereignis löst eine Reihe von Fragen über ihre Identität und die Möglichkeit aus, Tochter von verschwundenen Häftlingen zu sein. Dies führt sie zu Menschen und Geschichten aller Art: eine linksgerichtete Mitstreiterin aus der Sekundarschule, launische und leugnende Nachbarinnen, eine englische Familie im ständigen Niedergang, in einem Viertel, das von Rätseln umgeben ist. Außerdem wird Patri, die Protagonistin, inmitten des Wirbelsturms in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen, die ihr verspricht, ihr das zu geben, was sie verloren und immer gesucht hat: ihre Identität.

Es ist unmöglich, keine autobiografischen Brücken zwischen der Hauptfigur und der Autorin des Romans zu schlagen. Für beide taucht der Pozo de Quilmes als eine Vergangenheit auf, die hinterfragt und transformiert werden muss. Die Zeit des Schreibens half Patricia Salinas dabei, Abstand zu ihrer eigenen Geschichte zu gewinnen. Assoziationen lassen sich nicht vermeiden, aber für die Autorin hat Patri mehr mit dem Land zu tun. „Das ist das Magische an der Literatur: Es geht um dich, aber dann ist es doch etwas anderes“, so die Autorin in einem Interview für Clarín.

Patricia Salinas wurde in der Provinz Buenos Aires in Argentinien geboren. Sie schloss ihr Studium der Soziologie und Psychologie an der Universität von Buenos Aires ab und spezialisierte sich auf Sozialphänomenologie und Psychoanalyse. Auch arbeitete sie im Team für familiäre Gewalt des Krankenhauses Dr. Cosme Argerich und war Vorsitzende des Verlags IUNMA. Derzeit widmet sie sich der klinischen Praxis und ist als Beraterin für Menschenrechtsfragen tätig. Sie besuchte Literaturworkshops bei Tamara Kamenzsain und Alberto Laiseca. Casa con pileta ist ihr erster Roman.