Héctor Abad Gómez war Arzt, Experte in öffentlicher Gesundheit, Universitätsprofessor, sozialer Führer und Menschenrechtsaktivist. Er wurde 1921 in Medellín geboren und widmete sein Leben der akademischen Ausbildung, der Förderung der öffentlichen Gesundheit und dem Aufbau einer gerechteren und gleichberechtigteren Gesellschaft. Sein Medizinstudium schloss er an der Universität von Antioquia, Kolumbien, ab, wo er später als Professor und Dekan der Medizinischen Fakultät tätig war. Schon früh erkannte er, dass Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit verstanden werden sollte, sondern als Ergebnis der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Gemeinschaften. Daher war er ein Pionier auf dem Gebiet der Präventivmedizin und der öffentlichen Gesundheit in Kolumbien.
Abad Gómez förderte Kampagnen zu Hygiene, Ernährung und Impfungen und gründete Basisorganisationen, um die Lebensbedingungen in Medellín und anderen Regionen des Landes zu verbessern. Sein Engagement führte auch dazu, dass er sich entschieden gegen Gewalt, Korruption und soziale Ungerechtigkeit aussprach, was ihn zu einer moralischen und intellektuellen Leitfigur seiner Zeit machte. 1978 gründete er das Ständige Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte, von dem aus er Verletzungen des Lebens und der Würde von Menschen anprangerte. Seine Arbeit machte ihn zum Ziel politischer Drohungen und Verfolgungen. Am 25. August 1987 wurde er in Medellín ermordet, ein Akt, der symbolisch für den Preis steht, den man für die Verteidigung des Lebens und der Gerechtigkeit in Kolumbien zahlen muss.

Die Corporación Héctor Abad Gómez würdigt sein Vermächtnis und hält seine Stimme lebendig. Auf der Webseite findet sich das Echo seiner Worte und seiner Kämpfe als Zeugnis eines vorbildlichen Humanisten, dessen Denken weiterhin die Verteidigung von Gesundheit, Bildung, Demokratie und Menschenrechten beleuchtet. Mit „Am Ende wartet das Vergessen“ widmet der Autor, Héctor Abad Faciolince, einem der bedeutendsten Ärzte Lateinamerikas und dem Vater des Autor eine bewegende Hommage. Der Mediziner, der die Epidemien in seinem Heimatland Kolumbien besiegen wollte, geriet ins Visier der kolumbianischen Paramilitärs und wurde 1987 auf offener Straße ermordet. Zwanzig Jahre später zeichnet der Sohn das unvergessliche Bild eines Menschen, der in einer der dunkelsten Perioden der jüngeren Geschichte Lateinamerikas seinem Gewissen folgt. Über die politische Geschichte hinaus erzählt Héctor Abad Faciolince vom eigenen Aufwachsen in einer nur scheinbar sicheren bürgerlichen Welt, umgeben von archaisch anmutenden religiösen Bräuchen. Sein Buch ist eine der am besten geschriebenen Schilderungen einer tiefen Liebe zwischen einem Vater und seinem Sohn, die die moderne Literatur zu bieten hat.