Übersicht der US-Interventionen in LA

Bild: Herder

In dem Buch Von Monroe zu Trump. Eine kurze Geschichte der US-Interventionen in Lateinamerika von Stefan Rinke geht es um die zahlreichen direkten und indirekten Formen der Einflussnahme seitens der Vereinigten Staaten in Lateinamerika. Interventionismus ist mehr als nur Invasion. Er reicht von »harter« Gewalt bis zu »weichen« Steuerungsformen. Militärisch beinhaltet er Truppenlandungen, Besatzungen, Blockaden und Drohkulissen. Indirekte bzw. verdeckte Formen des Interventionismus umfassen unter anderem die Unterstützung von Putschen, Geheimdienstoperationen, paramilitärische Hilfe und Berater-Missionen. Die ökonomischen Instrumente der Intervention reichen von Sanktionen über Kredit- und Handelspolitik bis hin zum Zugriff auf oder zur Vorenthaltung von Ressourcen. […] Hinzu kommt eine Ebene, die nur selten in einschlägigen Darstellungen berücksichtigt wird, jedoch gerade in den Beziehungen zwischen Lateinamerika und den USA eine wichtige Rolle spielt, die kulturelle und ideologische Dimension. […] In Lateinamerika wir der Import von mit den USA assoziierten Lebensstilen, Waren und Populärkulturen oft als »friedliche Durchdringung« empfunden, als eine Form der Intervention, die unmerklich vor sich geht und das Innere der eigenen Kulturen bedroht. […] Lange dominierte eine Forschungstradition, die US-amerikanische Interventionen vor allem aus Sicht Washingtons zunächst affirmativ, später kritisch beschrieb. Dieses Buch nimmt demgegenüber die Perspektive der Region Lateinamerika ernst, ohne US-Motive zu vernachlässigen.