Das Projekt für ein bedingungsloses Grundeinkommen stiess landesweit auf grosses Interesse. Nachdem mit 770 Anmeldungen mehr als die Hälfte der EinwohnerInnen von Rheinau erreicht worden sind, startete das Crowdfunding am 16. Oktober. Das Geld sollte den TeilnehmerInnen der Aktion ein Jahr lang ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen. Die Erwartung war hoch, sehr hoch, und das Vorhaben gewagt. Bis zur Deadline am 4. Dezember kamen durch die Crowfunding-Aktion rund CHF 150’000 zusammen – das erklärte Ziel waren rund 6.1 Millionen Franken.
Ob es weitergeht, hängt von den TeilnehmerInnen ab. Anfang Dezember wird es in Rheinau zu einem Austausch kommen, bei dem TeilnehmerInnen und das Projektteam ein Fazit ziehen. „Seit Beginn des Projekts ist uns der Dialog wichtig, denn es geht nur zusammen. Das wollen wir beibehalten. So oder so wird das Projekt-Team, zusammen mit dem Gemeinderat, dem Wissenschaftsteam, sowie weiteren involvierten Parteien, die Reise bis hierhin und die Erkenntnisse analysieren und auswerten.“ Über weitere Neuigkeiten zum Projekt wird zu gegebener Zeit informiert.
Quelle: Dorf testet Zukunft
Pierre Klossowski (1905–2001), französischer Übersetzer, Philosoph und Maler, schrieb Lebendes Geld in den Turbulenzen der Kapitalismus-Kritik um 1968. Der Text verbindet Analysen zur libidinösen Struktur der europäischen Wirtschaft, Erotik und Ikonik, um nach Möglichkeit einen utopischen, jedenfalls einen anderen als kapitalistischen Weg andeuten zu können. Michel Foucault sah in dem Text ein »anthropologisches Dreieck« aus Begehren, Wert und Simulakrum aufgestellt und sprach vom »größten Buch unserer Epoche«. Heute gilt es, das in seiner entschiedenen Heterogenität subversive Buch aus dem Abstand von nahezu fünfzig Jahren neu zu lesen und zu gebrauchen.
Rubén Funkahuatl Guevara ist ein gebürtiger Angelino Chicano Musiker, Sänger und Songwriter, ein Plattenproduzent von Chicano Rock and Roll und Rock en español Compilations, und ein Performancekünstler, Dichter, Kurzgeschichtenschreiber, Historiker, Journalist und Aktivist. Sein neu erschienenes Buch Confessions of a Radical Chicano Doo-Wop Singer (
Der XXVI. Iberoamerikanische Gipfel hat auf Vorschlag der Regierungen Boliviens und Ecuadors beschlossen, ein Iberoamerikanisches Institut für indigene Sprachen zu schaffen. Ziel ist es, für die indigenen Sprachen Maßnahmen zur Erhaltung, Übertragung und Entwicklung im Gemeinschaftsleben und in der Gesellschaft insgesamt durchzuführen und ein Netzwerk von Partnerschaften mit öffentlichen Einrichtungen, Hochschulen, Medien, Finanzinstituten und Organisationen der Zivilgesellschaft zu bilden. Die Organisation der Iberoamerikanischen Staaten für Wissenschaft und Kultur (
In Abject Performances: Aesthetic Strategies in Latino Cultural Production zeichnet Leticia Alvarado die respektlosen, zerstörerisch ästhetischen Strategien lateinamerikanischer Künstler und Kulturproduzenten nach, die Standards der Achtbarkeit meiden, welche typischerweise verwendet werden, um konkrete Identitäten von Minderheiten zu beschwören. Anstelle von Werken, die von Stolz, Erlösung oder Feierlichkeit durchdrungen sind, wenden Künstler wie Ana Mendieta, Nao Bustamante und das Chicano-Kunstkollektiv Asco, negative Gefühle wie Scham, Ekel und Nicht-Zugehörigkeit auf, um Erfahrungen einzufangen, die am Rande des Mainstreams liegen – inspirierende, auf Latinos bezogene Kämpfe um soziale Gerechtigkeit. Ausgehend von einem vielfältigen, ausdrucksstarken Archiv, das von Performancekunst bis hin zu performativen Zeugnissen persönlicher religiöser Unterwerfung reicht, beleuchtet Alvarado Formen der Gemeinschaftsbildung und Sozialkritik, die durch eine Ablehnung identitärer Kohärenz definiert sind, sich aber dennoch zu lateinamerikanischer Zugehörigkeit und deren Möglichkeiten verbinden lassen.