Die uruguayische Schriftstellerin Ida Vitale (Montevideo, 1923) ist mit dem Cervantespreis 2018 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt damit die herausragende Sprachgewalt der Grande Dame der lateinamerikanischen Poesie. Der Premio Miguel de Cervantes ist der wichtigste Literaturpreis in der spanisch sprechenden Welt und dort ähnlich angesehen wie international der Literaturnobelpreis. Der Cervantespreis ist mit 125.000 Euro dotiert und nach Miguel de Cervantes, dem Autor des Don Quijote, benannt.
Die 95-jährige Vitale spielte eine wichtige Rolle in der uruguayischen Kunstbewegung, die als Generación del 45 bekannt ist. Nachdem die Militärjunta die Macht in Uruguay übernommen hatte, floh sie 1973 nach Mexiko-Stadt und erhielt dort politisches Asyl, wohnt aber derzeit in Austin, Texas. Ida Vitale, die auch als Essayistin, Literaturkritikerin und Übersetzerin arbeitet, ist die letzte Überlebende der Generación del 45, einer Gruppe von Intellektuellen, die das literarische und kulturelle Leben in Uruguay ab 1945 entscheidend geprägt haben. Zu dieser Gruppe gehören auch Emir Rodríguez Monegal, Mario Benedetti, Carlos Maggi und Ángel Rama, der erste Ehemann Vitales. Ihre Lyriksammlungen reichen von La luz de esta memoria (1949) bis zu Mella y Criba (2010).
Quelle: El país
In der Diskussion mit idealistischen und normativen Postulaten schlägt De la literatura latinoamericana a la literatura (latinoamericana) mundial eine Untersuchung der materiellen Bedingungen, Akteure und Prozesse vor, die es heute ermöglichen – oder verhindern -, dass lateinamerikanische Literatur in den internationalen Umlauf gelangt und sich zu einer Weltliteratur entwickelt. Parallel dazu, und unter der Prämisse, dass Vermittlungsinstanzen „Spuren“ hinterlassen, löst die Studie sich von der Literatursoziologie, also derjenigen Wissenschaft von den gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur, um eher textuelle Konfigurationen genau zu untersuchen. Vielmehr versucht diese Studie als Reaktion auf die Betonung der Verbreitung bestimmter hegemonialer Modelle, Ausdrücken, die in lokalen Domänen eingeschrieben bleiben, Sichtbarkeit zu verleihen und damit dieser Literatur einen Wert in der Welt zuzuschreiben.
Der Bauunternehmer Don Carlos Flores plant in Guadalajara eine luxuriöse Wohnanlage, für die er schon einen Namen hat, Olinka, und auch Investoren. Er muss sich für dieses Projekt, das ihn und seine Familie noch reicher machen soll, nur noch den Grund und Boden aneignen. Und die Leute vertreiben, die dort wohnen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Viele gehen nach Schikanen freiwillig, aber zwei Familien lassen sich nicht vertreiben und die sind plötzlich verschwunden. Gleichzeitig wird Don Carlos der Geldwäsche für die Drogenbosse aus dem Norden Mexikos beschuldigt und Journalisten recherchieren, wo die Verschwundenen geblieben sind. Alle Spuren weisen auf Don Carlos, der den Kopf aus der Schlinge zieht und seinen Schwiegersohn, Aurelio Blanco, als Bauernopfer den Behörden ausliefert. Ohne zu ahnen, wofür er eigentlich benutzt wird, deckt ihn Aurelio bereitwillig. Doch mit 15 Jahren Haft hat er nicht gerechnet. Als man ihn freilässt, sucht er Gerechtigkeit. Wird es sie für ihn geben?
im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln die vierte Ausgabe der „Kölner Gespräche zur Weltliteratur“ mit hochkarätigen Gästen aus Literatur- und Kulturbetrieb. Am Podiumsgespräch Literarisches Sextett – (Welt-)Literatur heute nehmen teil:
Auf fesselnde Weise schildert er die Zerrissenheit zweier junger Menschen zwischen ihren Gefühlen und den Tabus ihrer Umgebung im Buenos Aires der 1940er Jahre. Das Älterwerden bringt ein neues, irritierendes Interesse aneinander mit sich. Die Jahre vergehen, aus kindlichen und pubertären Neckereien entsteht ein verbotenes erotisches Spannungsfeld der Anziehung und Abstoßung. Deutlich wird dabei auch der Konflikt mit den Eltern, die mit ihrer Geheimnistuerei das Leben der beiden ruinieren. Als Rolando in Martas und Carlos Marías vertrauten Kosmos eindringt, scheinen sich die Beziehungen schmerzhaft zu klären. Carlos María ist zerrissen zwischen Eifersucht und heroischem Verzicht – bis ein rätselhafter Brief seines Vaters ihn auf die Spur eines Familiengeheimnisses bringt.
Drei der jüngsten Bände stammen von mexikanischen Institutionen, die die Debatte und umfassende Analyse dieses Autors fortgesetzt haben und Gemeinsamkeiten aufweisen. Dabei vereint Seducciones y polémicas, herausgegeben von einem Team der Universidad Veracruzana, sieben wissenschaftliche Texte und einen illustrativen Prolog von Elizabeth Corral.
In seiner 5. Ausgabe zeigt das Latin American Film Festival in Berlin eine Auswahl von 14 Spiel- und Dokumentarfilmen, die bereits auf zahlreichen hochkarätigen Festivals auf der ganzen Welt gezeigt wurden. Diese beeindruckenden neuen Produktionen aus ganz Lateinamerika zeigen die gesamte Bandbreite von Stilen, Techniken und Herangehensweisen, mit denen lateinamerikanische Filmemacher heute arbeiten. Einige dieser Regisseure sind erst kürzlich auf der Bühne der internationalen Festivalszene in Erscheinung getreten, haben jedoch für ihre Filme schon zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Kritiken erhalten.