
In der Dezember-Ausgabe der Lateinamerika Nachrichten (Nr. 546 – Dezember 2019) geht es vornehmlich um die Situation in Chile. Nicht zum ersten Mal kämpfen die Menschen in Chile derzeit laut und deutlich gegen das herrschende System: Schon im Oktober 1988 stimmte die Mehrheit in einem Plebiszit gegen die Fortführung der Diktatur Pinochets. Danach übernahm eine ordentlich gewählte Regierung die Macht, trotzdem änderte sich in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht fast nichts. Im Editorial der Lateinamerika Nachrichten von Oktober 1988 wurde auf das damalige Motto der Kampagne gegen das Pinochet-Regime aufmerksam gemacht: „Die Feude ist schon unterwegs.“ Weitere Artikel in der jetzigen Ausgabe klären über die Situation auf und beleuchten die Proteste aus verschiedenen Blickwinkeln.
Die 5. „Kölner Gespräche zur Weltliteratur“ setzen sich im Rahmen des ERC-geförderten Forschungsprojekts „

„Care-Arbeit, Sorge und Fürsorge im weitesten Sinn, gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Arbeitsbereichen. Die Lücke zwischen zu versorgenden Menschen und fürsorgenden Menschen wächst, im Jahr 2030 werden laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 400 Millionen ältere Menschen auf Pflege angewiesen sein. Die Pflegekrise bekommt nun mehr Aufmerksamkeit, die Debatte darum berücksichtigt jedoch nur selten, dass die Doppelbelastung für Arbeiterinnen schon lange Realität ist. Die geschlechtliche Arbeitsteilung führt dazu, dass Emanzipation von reichen Frauen auch auf Kosten anderer Frauen geht. Die Eingliederung vieler Frauen in den Arbeitsmarkt führt also nicht zu einer gesamtgesellschaftlich gerechter verteilten Sorgeverantwortung, sondern gibt diese einfach an andere, ärmere Frauen weiter. So hüten Ecuadorianerinnen schon lange Kinder in Spanien und nun sollen auch Mexikanerinnen alte Menschen in Deutschland pflegen.“
Die 4. Kölner