Die Debatte um den Begriff der Weltliteratur begleitet den Prozess der Rekonfiguration des globalen Designs vom Fall der Berliner Mauer bis zum Abbau der bipolaren Ordnung. Seitdem befinden sich nationale Literaturen und sogar regionale Konstrukte in der Krise. Unterschiedliche und auch sich ergänzende theoretische Formeln zielen darauf ab, lateinamerikanische Literaturen wieder in globalen Dynamik einzuordnen und damit die als obsolet entlarvten Rahmenbedingungen zu überwinden.
In der Diskussion mit idealistischen und normativen Postulaten schlägt De la literatura latinoamericana a la literatura (latinoamericana) mundial eine Untersuchung der materiellen Bedingungen, Akteure und Prozesse vor, die es heute ermöglichen – oder verhindern -, dass lateinamerikanische Literatur in den internationalen Umlauf gelangt und sich zu einer Weltliteratur entwickelt. Parallel dazu, und unter der Prämisse, dass Vermittlungsinstanzen „Spuren“ hinterlassen, löst die Studie sich von der Literatursoziologie, also derjenigen Wissenschaft von den gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen der Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur, um eher textuelle Konfigurationen genau zu untersuchen. Vielmehr versucht diese Studie als Reaktion auf die Betonung der Verbreitung bestimmter hegemonialer Modelle, Ausdrücken, die in lokalen Domänen eingeschrieben bleiben, Sichtbarkeit zu verleihen und damit dieser Literatur einen Wert in der Welt zuzuschreiben.
Das Buch von Jorge J. Locane, gefördert duch den European Research Council (ERC), ist ab Februar 2019 bei DeGruyter in der Reihe Latin American Literatures in the World / Literaturas Latinoamericanas en el Mundo erhältlich.
Der Bauunternehmer Don Carlos Flores plant in Guadalajara eine luxuriöse Wohnanlage, für die er schon einen Namen hat, Olinka, und auch Investoren. Er muss sich für dieses Projekt, das ihn und seine Familie noch reicher machen soll, nur noch den Grund und Boden aneignen. Und die Leute vertreiben, die dort wohnen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Viele gehen nach Schikanen freiwillig, aber zwei Familien lassen sich nicht vertreiben und die sind plötzlich verschwunden. Gleichzeitig wird Don Carlos der Geldwäsche für die Drogenbosse aus dem Norden Mexikos beschuldigt und Journalisten recherchieren, wo die Verschwundenen geblieben sind. Alle Spuren weisen auf Don Carlos, der den Kopf aus der Schlinge zieht und seinen Schwiegersohn, Aurelio Blanco, als Bauernopfer den Behörden ausliefert. Ohne zu ahnen, wofür er eigentlich benutzt wird, deckt ihn Aurelio bereitwillig. Doch mit 15 Jahren Haft hat er nicht gerechnet. Als man ihn freilässt, sucht er Gerechtigkeit. Wird es sie für ihn geben?
im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln die vierte Ausgabe der „Kölner Gespräche zur Weltliteratur“ mit hochkarätigen Gästen aus Literatur- und Kulturbetrieb. Am Podiumsgespräch Literarisches Sextett – (Welt-)Literatur heute nehmen teil:
Auf fesselnde Weise schildert er die Zerrissenheit zweier junger Menschen zwischen ihren Gefühlen und den Tabus ihrer Umgebung im Buenos Aires der 1940er Jahre. Das Älterwerden bringt ein neues, irritierendes Interesse aneinander mit sich. Die Jahre vergehen, aus kindlichen und pubertären Neckereien entsteht ein verbotenes erotisches Spannungsfeld der Anziehung und Abstoßung. Deutlich wird dabei auch der Konflikt mit den Eltern, die mit ihrer Geheimnistuerei das Leben der beiden ruinieren. Als Rolando in Martas und Carlos Marías vertrauten Kosmos eindringt, scheinen sich die Beziehungen schmerzhaft zu klären. Carlos María ist zerrissen zwischen Eifersucht und heroischem Verzicht – bis ein rätselhafter Brief seines Vaters ihn auf die Spur eines Familiengeheimnisses bringt.
Drei der jüngsten Bände stammen von mexikanischen Institutionen, die die Debatte und umfassende Analyse dieses Autors fortgesetzt haben und Gemeinsamkeiten aufweisen. Dabei vereint Seducciones y polémicas, herausgegeben von einem Team der Universidad Veracruzana, sieben wissenschaftliche Texte und einen illustrativen Prolog von Elizabeth Corral.
In seiner 5. Ausgabe zeigt das Latin American Film Festival in Berlin eine Auswahl von 14 Spiel- und Dokumentarfilmen, die bereits auf zahlreichen hochkarätigen Festivals auf der ganzen Welt gezeigt wurden. Diese beeindruckenden neuen Produktionen aus ganz Lateinamerika zeigen die gesamte Bandbreite von Stilen, Techniken und Herangehensweisen, mit denen lateinamerikanische Filmemacher heute arbeiten. Einige dieser Regisseure sind erst kürzlich auf der Bühne der internationalen Festivalszene in Erscheinung getreten, haben jedoch für ihre Filme schon zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Kritiken erhalten.