Noé Jitrik für den Literaturnobelpreis nominiert

Bild: eduvim

Die Nominierung eines argentinischen Schriftstellers ist immer ein Grund zur Freude. Mit seinem Buch Sarmiento: el regreso, das er 2016 in dem Verlag eduvim veröffentlichte, wurde Noé Jitrik für den Literaturnobelpreis nominiert.

Noé Jitrik aus Rivera, Provinz Buenos Aires (geb. 23. Januar 1928) ist ein argentinischer Literaturkritiker und Schriftsteller, Autor zahlreicher Kurzgeschichten, Romane und kritischer, literarischer und historischer Essays. Er ist mit der Schriftstellerin Tununa Mercado verheiratet und Vater des Physikers Oliverio Jitrik und der Künstlerin Magdalena Jitrik. Ab 1953 arbeitete er mit der Zeitschrift Contorno zusammen und zog im Jahr 1964 nach Buenos Aires. 1966 wurde der Film Todo sol es amargo veröffentlicht, für den er das Drehbuch schrieb. Da er ein Angebot erhielt, an einer französischen Universität zu arbeiten, ließ er sich für fast drei Jahre in Frankreich nieder und nahm zusammen mit seiner Frau an Kommissionen der Solidarität mit Chile und anderen Ländern in Amerika teil, in denen es in den 1970er Jahren zu Militärputschen kam.

Im Jahr 1974 arbeitete er sechs Monate lang als Lehrer in Mexiko. Seine Familie, die ihn ursprünglich in den Ferien besuchen wollte, musste ihre Reise in dieses Land vorverlegen und ließ sich in Mexiko nieder, da sie Drohungen von der Triple A erhielt. Die Alianza Anticomunista Argentina (AAA), auch bekannt als Triple A, war eine Bürgerwehr in Argentinien, die von einem Teil des Peronismus, der Gewerkschaften, der Bundespolizei und der argentinischen Streitkräfte gebildet wurde und mit der antikommunistischen Loge Propaganda Due verbunden war, welche Künstler, Priester und Ordensleute, Intellektuelle, linke Politiker, Studenten, Historiker und Gewerkschafter ermordete, sowie Drohungen, Hinrichtungen im Schnellverfahren und das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen während der Präsidentschaft von Juan Domingo Perón und María Estela Martínez de Perón als Druckmittel zwischen 1973 und 1976 nutzte.

Zurück in Argentinien, begann Jitrik 1987 als leitender Forscher beim Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung (Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas, CONICET) zu arbeiten. Was sein Ansehen betrifft, so ist er zu einem unbestrittenen Bezugspunkt in der argentinischen Kritik geworden, da er zu verschiedenen Zeiten an den Höhen und Tiefen der semiotischen Produktion mitgewirkt hat, indem er seine Erfahrung und seine Vertrautheit mit verschiedenen Schulen und Orientierungen einbrachte, die er stets rechtzeitig zu beurteilen wusste. In Mexiko war er Direktor und Gründer der Zeitschrift Discurso, die von der Unicversidad Nacional Autónoma de México (UNAM) herausgegeben wird. In Buenos Aires gründete und redigierte er ab 1990 die Zeitschrift Syc (Semiotik und Kommunikation) und begleitete die kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit an der Universidad de Buenos Aires (UBA) mit Seminaren und Kursen in Argentinien und im Ausland. Seit 1991 ist er Direktor des Instituto de Literatura Hispanoamericana an der Universität von Buenos Aires und leitet ab 1999 das Werk Historia Crítica de la Literatura Argentina, das in zwölf Bänden bei Editorial Emecé erschienen ist. Der letzte Band wurde 2018 veröffentlicht, im selben Jahr, in dem Jitrik den Pedro Henriquez Ureña Essay Preis erhielt. Am 12. August 2021 wurde er als korrespondierendes Mitglied für die Stadt Buenos Aires in die Academia Mexicana de la Lengua aufgenommen.

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