Chankillo als Weltkulturerbe

Chankillo
Bild: Projekt Chankillo

Die Nominierung von Chankillo, dem über 2.300 Jahre alten Observatorium in Peru, das zum Weltkulturerbe erklärt werden soll, ist aufgrund des mangelnden Engagements des Staates gefährdet.

Nur wenige Orte auf der Welt besitzen die Eigenschaften von Chankillo. Diese archäologische Stätte in der Provinz Casma (Áncash) gilt als das älteste Sonnenobservatorium Amerikas mit einer mehr als 2.300-jährigen Geschichte. Im Gegensatz zu anderen astronomischen Komplexen erlaubt seine Struktur – mit einem Haupttempel und 13 Türmen auf einem Hügel – die Bewegung der Sonne an jedem Tag des Jahres zu sehen. Die beschriebenen Qualitäten haben ihm die Anerkennung von Archäologen auf der ganzen Welt eingebracht und reichten dem Kulturministerium aus, um Anfang 2019 eine Bewerbung zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste abzugeben. Einige Monate vor Abschluss dieses Prozesses besteht jedoch das Risiko, dass Chankillo die Nominierung aufgrund des mangelnden Engagements der Regierung nicht erreichen wird.

Iván Ghezzi, Archäologe und Präsident des Instituts für archäologische Forschung und Direktor des Chankillo-Projekts, warnt davor, dass das Kulturministerium die Pläne für die Erhaltung und Verwaltung des Monuments bisher nicht vollständig umgesetzt hat. Um das Antragsverfahren abschließen zu können, muss das Gebiet bereinigt werden, aber sie wurde noch nicht einmal in das öffentliche Register eingetragen. Ein weiteres wichtiges Dokument wie der Plan, der der UNESCO mitteilt, wie der Komplex nach der Aufnahme in die Welterbeliste verwaltet werden soll, wurde ebenfalls noch nicht einmal offiziell genehmigt. Ghezzi wies darauf hin, dass beide Anmerkungen von der Unesco während der im August 2019 durchgeführten technischen Überprüfung gemacht wurden. Diese wurden Ende letzten Jahres wiederholt, als die internationale Organisation das Kulturministerium um zusätzliche Informationen bat, um die Auswertung abzuschließen. Die Fragen zum Thema Verwaltung sind im Grunde die gleichen und gelten als nicht beantwortet. Inzwischen sind Monate vergangen, aber es wird befürchtet, dass am Ende des Monats das Ministerium mit Argumenten antworten werden, die die Unesco nicht zufrieden stellt, befürchtet Ghezzi.

Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme von Chankillo in die UNESCO-Liste wird während der 44. Sitzung des Welterbekomitees getroffen, die im kommenden Juli in der Stadt Fuzhou, China, stattfinden wird. In einer Mitteilung erklärte das Kulturministerium, dass es derzeit die Empfehlungen der Unesco bezüglich Chankillo einhält. Er räumte es ein, dass der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS), ein Beratungsgremium der UNESCO, bis Ende 2019 mehr Informationen über die Erhaltung und Interpretation von Chankillo, die Beteiligung der lokalen Bevölkerung, das Verwaltungssystem und die Finanzierung benötige. Diese Fragen würden derzeit mit Unterstützung des Instituts für Archäologische Forschung gelöst. Die Antwort auf dieses Ersuchen um weitere Informationen von ICOMOS würde dann vor dem 28. Februar über das Außenministerium versandt, erklärte das Ministerium. Das Ministerium berichtete, dass sich die rechtliche Bereinigung des Grundstücks, auf dem sich die Sternwarte befindet, in der Endphase vor der Superintendencia Nacional de Registros Públicos (Sunarp) ist und fügte hinzu, dass die Formulierung des öffentlichen Investitionsprojekts der Verwaltung von Chankillo im Gange ist, welches darauf abzielt, den Standort verantwortungsvoll und nachhaltig zu verwalten.

Quelle: El Comercio