Ende September erscheint im S. Fischer Verlag ein neues Buch mit einem erhellenden Blick auf die Geschichte Lateinamerikas. Michi Strausfeld liefert in »Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren. Lateinamerika erzählt seine Geschichte« in persönlichen Porträts führender Autoren eine einzigartige und farbige Darstellung von 500 Jahren Kulturgeschichte, so wie sie nur die großartige Literatur in ihrer ganzen Spannbreite schildern kann. Dabei ist es ein eher politisches Buch, da Literatur und Politik in Lateinamerika kaum zu trennen sind, und nur mit dem Blick der Autorinnen und Autoren auf ihren Kontinent kann ein Dialog auf Augenhöhe gelingen – nicht durch Eurozentrismus (vgl. die Verlagsankündigung).
Einen ersten Vorgeschmack auf das Buch bietet das Kulturmagazin perlentaucher.de und zeigt den Spannungsbogen der 500 Jahre Kulturgeschichte anhand der Geschichte Mexikos, die sich durch die Romane und Geschichten seiner großen Autorinnen und Dichter erzählen lässt. Es ist eine Geschichte der Gewalt, aber auch des Widerstands der Zivilgesellschaft, wie sie die anderen lateinamerikanischen Länder ebenfalls erzählen könnten.
In Deutschland in den frühen Jahren des Nationalsozialismus ist Sebastian verheiratet, Ingenieur und Vater von fünf Kindern, aber er hat auch romantische Beziehungen zu gleichgeschlechtlichen Jugendlichen. Die Familie gibt vor, es nicht zu wissen, und jeder ist zu einer stillen, schuldbesetzten psychologischen Gefangenschaft verurteilt. Nur für die letztgeborene, die ahnungslose Johanna, ist ihr Vater ein Held, und wird dafür stillschweigend von ihren Brüdern verurteilt. Sebastian wird von der SS verfolgt, schafft es aber zu überleben; nach dem Krieg lässt er alle im Stich und reist ins ferne Indonesien, wo er an einer internationalen Päderastie-Tour teilnimmt und wo er als Erzieher Erfolg hat. Nach seinem Tod verfolgt Johanna seine Schritte in Südostasien und entdeckt, dass ihr Vater nicht der Held war, für den sie ihn hielt.

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