Eine neue Publikation zur Colonia Dignidad beleuchtet verschiedene Facetten dieser deutschen Siedlung in Chile: Die Dissertation von Meike Dreckmann-Nielen mit dem Titel Colonia Dignidad zwischen Erinnern und Vergessen. Zur Erinnerungskultur in der ehemaligen Siedlungsgemeinschaft analysiert den Umgang mit der Vergangenheit innerhalb der ehemaligen Siedlungsgemeinschaft.
Die Colonia Dignidad erlangte wegen zahlreicher bis heute unaufgeklärter Menschenrechtsverbrechen internationale Bekanntheit. Die Tatsache, dass einstige Mitglieder der deutschen Gruppe das historische Siedlungsgelände in Chile unter dem Namen »Villa Baviera« (dt. bayerisches Dorf) schrittweise zu einem touristischen Freizeitort umfunktioniert haben, sorgt angesichts der mangelnden Aufarbeitung für anhaltende Kritik. Meike Dreckmann-Nielen hat für ihre Dissertation untersucht, wie sich einstige Mitglieder der Gruppe heute an ihre eigene Vergangenheit erinnern. In ihrer Studie ermöglicht sie einen intimen Einblick in komplexe erinnerungskulturelle Dynamiken im Mikrokosmos dieser ehemaligen Siedlungsgemeinschaft.
In ihrer Danksagung äußert die Autorin die Hoffnung, einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten zu können, und widmet das Buch deshalb allen Betroffenen, denen entweder in der Colonia Dignidad oder durch sie Leid zugefügt wurde. Und auch denjenigen Personen, die sich von Beginn an für die Aufklärung der begangenen Verbrechen eingesetzt haben. Das Buch kann als open access bei [transcript] heruntergeladen werden. Dort ist auch die Printausgabe erhältlich.
Nona Fernández zählt heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Stimmen der chilenischen Literatur. Die Schauspielerin, die sich als Drehbuchautorin für Telenovelas ihren Lebensunterhalt verdient, schreibt auch Theaterstücke und hat mittlerweile zahlreiche Preise für ihr literarisches Schaffen erhalten, u. a. 2003 (für
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Der
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